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Karl Holey
Die Kultur jedes Volkes und jeder Zeit ruht auf den Grundpfeilern der Technik, die nicht nur den ätißeren Lebensraum bestimmt, sondern auch den Lebensinhalt beeinflußt. 1 Die ältesten Zeugen der Menschheitsgeschichte sind vorwiegend technische Denkmäler. Aus der urgeschichtlichen Zeit überwiegen die Funde technischer Bestimmung, Werkzeuge und Geräte, wie die verschiedensten Arten von Äxten und
Beilen, Schlägel, Pickel, Schaufeln, Sicheln, Nadeln u. dgl. so stark, daß von den Kleinfunden im Salzburger Museum vom Neolithikum bis zur Eisenzeit bei einer Gesamtzahl von 980 Gegenständen 723 Werkzeuge und Geräte technischer Art vertreten sind, also rund 74%. 2 Es ist daher auch aus diesem Grunde einzusehen, wenn man den vor- und frühgeschichtlichen Zeitaltern Namen gegeben hat, die
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Abb, 10. Hochofen IV in Vordernberg, Steiermark.
Abb. 11. Hochofen Hirt, Kärnten. Ansicht von Norden.
den technischen Charakter nach dem Werkstoff hervorheben. Auch aus der Zeit der Antike sind vielfach technische Leistungen besonders eindringliche Zeugen der Kultur, wie die großen Wasserbauten im antiken Orient und im fernen Osten, Straßen- und Wasserbauten bei den Römern und kühne konstruktive Lösungen im Mittelalter und in allen späteren Zeiten. Immer wieder ist es die Größe der technischen Leistung, die das Staunen der Zeitgenossen und der späteren Epochen erregt, von den sieben Weltwundern der Antike angefangen bis zum Eiffelturm. Der
1 Holey, Das Ethos der Technik, Österr. Rundschau, 1938, 1. Heft. Österr. Bundesverlag, Wien.
2 Kyrle, Die Urgeschichte des Kronlandes Salzburg. Österr. Kunsttopographie Bd. XVII, Wien 1918.