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Josef D aimer
Kurz nach Entdeckung der Röntgenstrahlen, 1895, wurden in der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt von Eder und Valenta zahlreiche Röntgenphotographien schon im Frühjahre 1896 hergestellt und in dem Tafelwerk „Röntgenphotographie“ im Tiefdruck veröffentlicht. An der gleichen Anstalt führte auch Prof. Dr. L. Freund die ersten Untersuchungen über die physiologische und therapeutische Wirkung dieser Strahlen durch. Der Physiker Prof. Ernst Mach regte noch vor dem Erscheinen dieses Werkes die Herstellung von stereoskopischen Röntgenbildern an; der von ihm angegebene Arbeitsgang, der von Eder und Valenta praktisch erprobt wurde, ist in dem obgenannten Werke beschrieben. Sohin muß Mach als Erfinder der Röntgenstereoskopie gelten.
Bei dem zur Verfügung stehenden Raum können nur noch einige Gebiete der wissenschaftlichen Photographie erwähnt werden. In der anthropologischen Photographie wies Dr. Pöch neue Wege, mit Bildtelegraphie beschäftigte sich Professor Tschörner, die Photographie des Augenhintergrundes führte Prof. Dimmer durch und bezüglich der Röntgenphotographie wurde von den Universitätsprofessoren Dr. Leopold Freund, Dr. Guido Holzknecht u. a. sehr Ersprießliches geleistet.
Der französische Genieoffizier A. Laussed at führte 1854 die Photogrammetrie oder das Meßbildverfahren ein, sowohl für geodätische als auch für Vermessung von Architekturen. In Deutschland machte A. Meydenbauer das Verfahren der Denkmalpflege nutzbar. In Österreich führte' man die Photo- grannnetrie wesentlich später, dann aber mit großem Erfolge ein. Vinzenz Pollack benutzte sie zur Kontrolle von Wildbachverbauungen in den Alpen. An der Technischen Hochschule in
Abb. 9. Ballonkamera von Scheimpflug.
Abb. 10. Perspektrograph von Scheimpflug.
Wien führte Prof. Schell die Photogrammetrie als Lehrgegenstand in den geodätischen LTiterrieht ein. Sein Nachfolger im Lehramte, Eduard Dolezal (Abb. 7), gilt als ein besonders hervorragender Förderer dieses Faches. Er ist der Begründer der österreichischen Gesellschaft für Photogrammetrie (1907) und deren Zeitschrift „Archiv für Photogrammetrie“. In Wien fand auch unter seinem Vorsitz der erste Kongreß für Photogrammetrie 1913 statt. Eder und Schell setzten in Österreich die Gründung eines Archives für Baudenkmäler durch, mit dem Ziele,