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Josef D aimer
Weltausstellung 1900. Das anläßlich des 25jährigen Bestandes der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt vom Lehrkörper herausgegebene Prachtwerk zeigt die hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Photographie in den Zeiten vor dem Weltkriege. Nach 35jähriger Leitung der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt trat Eder 1923 in den Ruhestand. Ihm folgte im Amte Hofrat Prof. E. Valenta (1857—1937) (Abb. 16), der bereits seit 1892 als Chemiker und Leiter der Versuchsanstalt wirkte. Schon bald nach seiner Berufung an die Versuchsanstalt verfaßte Valenta das zweibändige Werk „Photographische Chemie
und Chemikalienkunde“ und für die graphischen Drucktechniken das dreibändige Werk ,, I)ie Rohstoffe der graphischen Druckgewerbe 4 ‘. Ferner veröffentlichte er „Die Photographie in natürlichen Farben, mit besonderer Berücksichtigung des LiPPMANNschen Verfahrens sowie jener Methoden, welche bei einmaliger Belichtung ein Bild in Farben liefern“, sowie viele andere bedeutende Arbeiten, die in Eders „Jahrbuch für Photographie“, in der „Photographischen Korrespondenz“ sowie in anderen Fach blättern und Sammelwerken erschienen und das Lichtbildwesen außerordentlich förderten. Seit dem Rücktritte Valentas von der Direktion (1924) konnte der bekannte Graphiker, Hofrat Dr. Rudolf Junk, als gegenwärtiger Direktor den Weltruf der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt unter oft recht schwierigen Verhältnissen, kraft seiner künstlerischen und organisatorischen Fähigkeiten aufrechterhalten und vermehren. Am 1. März 1938 feierte diese Anstalt ihren 50jährigen Bestand, aus welchem Anlasse eine Ausstellung sehenswerter, in der Schule geleisteter Arbeiten veranstaltet wurde.
Zahlreiche Belege zur Erfindungsgeschichte der Photographie befinden sich in den Schausammlungen der Gruppe „Graphische Industrie“ im Technischen Museum für Industrie und Gewerbe zu Wien, die von dem damaligen Direktor des Museums, Hofrat Dr. e. h. Ludwig Erhard, unter Mitarbeit von Hofrat Professor Dr. J. M. Eder und unter reger Beteiligung der Fachkreise, -während des Weltkrieges geschaffen wurde.
Der hier gegebene Überblick kann als Beweis gelten, daß Österreich dank der zielbewußten Führung weitblickender Gelehrten und Praktiker, in der Entwicklungsgeschichte des Lichtbildwesens wohl mit an erster Stelle genannt werden muß.
Abb. 16. Hofrat Professor E. Valenta. Bedeutender Fachmann der photographischen Chemie.