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Viktor Schützenhofer : Josef Werndl, der Mann und sein Werk.
Wenn nun die Betrachtung des Wirkens Josef Werndls, wie es werden konnte, wie es war und wie es auf spätere Zeiten ausstrahlte, noch einmal an uns vorübergleitet, dann kann zusammenfassend gesagt werden, daß dieser kerndeutsche Mann wie geschaffen war für jene Zeit, die er durchlebte. Wie wenige Männer, hat Werndl die Bedürfnisse dieser seiner Zeit erfaßt und sie zu nutzen verstanden. Er war ein Ostmarkdeutscher von altem Schrot und Korn, ein Tatenmensch und trotzdem ein Freund des „Leben und Lebenlassen“, ein Genießer der großen und der kleinen Freuden dieser Welt, warmfühlend für seine Gefolgschaft und für alle seine Mitmenschen, bemüht für seine Heimat, die er unendlich liebte. So hat ihn auch der Künstler auf dem prächtigen Denkmal dargestellt, das ihm in seiner Vaterstadt Steyr errichtet wurde: als einen Treuen unter Treuen, wahrhaft ein Sinnbild des Handwerks in geradezu mittelalterlicher Auffassung und des Gedankens der Verbundenheit von Betriebsführer und Gefolgschaft, die sich vereint fühlen im Sinn des am Denkmal angebrachten Wahlspruchs:
„Arbeit ehrt.“
Quellen und Schrifttum.
A. Archiv alien:
Das Zündnadelgewehr, handschriftlich (Kriegsarchiv, 1850/13/137).
Akt Kriegsministerium Xr. 3395 vom 10. Februar 1854. Kaiserliche Entschließung vom 10. September 1854: „Erzeugung und Verteilung neuer Gewehre im Jahre 1855 im Betrage von 2 500000 Gulden“ (Kriegsarchiv).
K. k. Kriegsministerium, Abt. VII, Xr. 2918. Kaiserliche Entschließung vom 28. Juli 1867: „Genehmigung der beantragten Einführung des WERNDLselien Hinter- ladungsgewelirmodelles bei allen neu zu erzeugenden Handfeuerwaffen in der Armee“ (Kriegsarchiv 1867, 7a, 56—134/3).
Kriegsministerium vom 16. Dezember 1867: „Auf Grund des Erlasses, Abt. VII, 5246/5381, vom 10. Xovember 1867 werden weitere 150 000 Gewehre System Werndl über die bereits in Auftrag gegebenen 100000 bei Werndl bestellt“ (Kriegsarchiv 1867, 74/10).
Kriegsministerium, Z. 7a, 5717, 1885: Allerhöchste Sanktion der Erzeugung und Erprobung von 5500 Stück Mannlicher-Gewehren mit Gradzugverschluß, 21. März 1885 (Kriegsarchiv).
Kriegsministerium, Z. 7 a, 5718, vom Jahre 1885: Mannlicher wird in Kenntnis gesetzt, daß ihm eine Prämie von 1 Gulden ö. Währung für jedes erzeugte Versuchsgewehr zuerkannt wird (Kriegsarchiv).
B. Druckwerke:
A. Kropatsciiek. — „Das k. k. österreichische Hinterladungsgewehr — System kleinen Kalibers mit Werndlverschluß“. Verlag: Seidel & Sohn, Wien. Anonym. — ,,K. k. Infanterie- und Jägergewehr mit Werndlverschluß“. Ilof- und Staatsdruckerei, Wien 1868.
F. Mannlicher. — „Die Entwicklung der militärischen Handfeuerwaffen in Österreich“
in: Weltausstellungskatalog Paris 1900, Heft 11, S. 1—19, Wien.
Von Alten. — „Handbuch für Heer und Flotte“, Band IV „Handfeuerwaffen“. Anonym. — Die Werke der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft von Steyr und Letten. Firmenschrift, o. O. 1888.
E. Marsciiner. — Lehrbuch der Waffenlehre zum Gebrauch an den k. k. Militärakademien, 2. Bd., Verlag Tempsky, Wien-Prag, 1896.
G. Goldbaciier. — Stadt Steyr in Oberösterreich, herausgegeben von der k. k. Zentral
kommission für Denkmalpflege.