Der Holzaufzug und die Wasserriesen im Außerweißenbach.
Von
Hofrat Ing. Carl Schraml, Linz.
Mit 2 Abbildungen.
Die Pfannhäuser im Kammergut mit ihrem immer steigenden, großen Bedarf an Brennholz zum Sieden des Salzes wie zu anderen Zwecken konnten mit den in ihrer näheren Umgebung befindlichen Waldungen das Auslangen auf die Dauer nicht finden, schon das dritte Reformationslibell vom Jahre 1656 beanspruchte die Forste der Herrschaft Kammer und Kogl zum Sieden und reihte sie unter die dem Landesfürsten vor behaltenen Wälder. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts nötigte der Holzmangel in Ebensee zur Heranziehung auch der abgelegenen Waldungen in Weyeregg, Unterach und Nußdorf. 1734 waren die im Attergau gelegenen, vom Ischler Waldamt bewirtschafteten Weißenbachforste bereits schonungsbedürftig geworden, weshalb neue Schläge in den entfernteren Weyregger Wäldern eröffnet und Vorbereitungen getroffen wurden, um später auch die jenseits des Attersees gelegenen Bestände in Abbau zu nehmen. Eine Übereinkunft mit dem Erzstift Salzburg als Landesherrn vom Jahre 1770 sicherte dem Salzoberamt das Schlägerungsrecht auch am Breitenberg.
Die große Entfernung dieser Wälder vom Verbrauchsort und die hohen Kosten der Lieferung zum Großteil auf Fuhrwerken setzten einer zu weitgehenden Ausbeutung dieser Reviere allerdings gewisse Schranken; so wurden 1798 nur die Pfann- liauser und Inwohner von Ebensee mit Holz aus dem Attergau beteilt. Die sprunghafte Vermehrung des Salzabsatzes nach den Franzosenkriegen zwang das Verwesamt in Ebensee aber doch, diese reservierten Forstbezirke stärker anzugreifen und ausgedehnte Schlägerungen im Attergau vorzunehmen. 1834 bezog es von dort 6400 und 1847 7200 Klafter Hallholz, bei einem jährlichen Gesamterfordernis von etwa 35.000 Klafter, immerhin eine beträchtliche Menge. Der Anfall Salzburgs an Österreich im Jahre 1819 kam der Holznutzung zugute, da manche mit dem Untertanenverband zusammenhängende Schwierigkeiten wegfielen.
Der kürzeste Lieferweg nach Ebensee führte von Weißenbach am Attersee entlang dem Tal des Äußeren Weißen badies über den Sattel in das Mitterweißenbach- tal zur Traun. Ausgang und Ende dieses Weges hegen annähernd gleich hoch, der Attersee besitzt eine Meereshöhe von 465 m, die Mündung des Mitterweißenbaches in die Traun von 456 m. Die in der Wegmitte gelegene Wasserscheide zwischen dem Attergau und dem Traungebiet erhebt sich bei der Umkehrstube 100 m über den