Aufsatz 
Der Holzaufzug und die Wasserriesen im Außerweißenbach / von Carl Schraml
Entstehung
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Carl Schraml: Der Holzaufzug und die Wasserriesen im Außerweißenbach. 103

Spiegel des Attersees, welche Höhe also beim Transport des Holzes zu überwinden war und viel teures Fuhrwerk erforderte. Um daran zu sparen und die Holzbringung zu erleichtern, hatten die Waldmeister und Holzknechte schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts die vorhandenen Wasserläufe dieses Gebiets zu diesem Zweck auszunutzen gewußt und um 1720 einen einfachen Holzaufzug erbaut, der in der Folgezeit immer mehr verbessert und leistungsfähiger gemacht wurde. Die im oberösterreichischen Landesarchiv auf bewahrteManipulationsbeschreibung aus dem Jahre 1823 enthält eine bildliche Darstellung des Aufzugs in seiner letzten Gestalt. Die Anlage war für die damalige Zeit eine beachtenswerte technische Leistung und für. die Holzversorgung der Pfannhäuser in Ebensee von großer Be­deutung. Es nimmt daher Wunder, daß die Akten des Salzoberamtes in Gmunden sie nirgends erwähnen. Da selbe außer dem Aufzug noch die Zuführung des Kraft-

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Abb. 1. Holzbringung vom Attersee ins Trauntal.

wassers und den Schwemmkanal für das gehobene Holz bis zur Triftklause und dem Mitterweißenbach umfaßt, werden die folgenden Ausführungen auch diese Werke miteinbeziehen.

Das für Ebensee bestimmte Hallholz wurde zunächst das ganze Jahr über mit Pferde- und Ochsenfuhrwerk vom Kammersee eine Stunde weit etwas bergauf zu einer Seilbahn geführt, auf dieser gehoben und sodann in einer fast 5 km langen Wasserriese bis zur Pölitzklause geschwemmt, mit deren Hilfe es in das Triftwasser des Mitterweißenbachs und damit in das Trauntal gelangte. Diese Art der Holz­bringung erforderte verschiedene Baulichkeiten und Vorkehrungen, die zumeist der zweckmäßigen Wasserführung dienten. Hierher zählt zunächst der Wasserfang am Stehrerbach im Einzugsgebiet des Äußeren Weißenbaches, der das Kraftwasser für den Aufzug lieferte. Die Klause hatte eine Länge von 7° 2', eine Breite von 3° 4' und eine Höhe von 1° 5' und war mit einem Grund- und einem Überlaßtor versehen. Das hier aufgestaute Wasser floß in einen Kanal, der in gerader Richtung zum Wasser­rad des Aufzugs führte und den weiter vorne gelegenen Abladeplatz für das vom