Aufsatz 
Der Holzaufzug und die Wasserriesen im Außerweißenbach / von Carl Schraml
Entstehung
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Carl Sciiraml

Attersee hergebrachte Holz durchschnitt. Dieses wurde zu beiden Seiten des Gerinnes aufgezaint und konnte daher ohne große Kosten unmittelbar als Schwemmgut in den Kanal geworfen werden. Er war 320 Klafter lang, 4 Fuß breit und 5 Fuß tief und ganz in Holz gezimmert. Die Seiten wände bestanden aus auf drei Seiten be­hauten Greinerbäumen von 6 Klafter Länge und 1 Fuß Dicke und Breite, der Boden aus geschnittenen Pfosten. Am Fuße des Aufzugs befand sich eine Bühne, auf welche das angeschwemmte Holz aus dem Kanal gezogen und für die Beladung der Seil­bahnwagen vorgerichtet wurde. Den Antrieb des Aufzugs besorgte ein unter - schlächtiges Wasserrad von 2' 4" Breite und 2° 4' Durchmesser. Dadurch, daß der Kanal in zwei Fluderarme mit entgegengesetzter Stromrichtung mündete, konnte das Wasserrad sowohl vor- als rückwärts in gleicher Stärke in Gang gesetzt und so

die Seilbahn abwechselnd betrieben werden. Das Zug- radgründl war zur Auf­nahme einiger Seil Windun­gen auf gesattelt, die Ver­schalung hieß die Bollung. Das Seil führte von da bis zum oberen Ende des Aufzugs und kehrte, über eine Seilrolle gespannt, zum Ausgangsort zurück. An das Seil waren zwei Holz- wagen so eingespannt, daß der beladene Wagen hin­auf, der entleerte gleich­zeitig wieder zurückfuhr. Dadurch wirkte der leere Wagen als Gegengewicht und erleichterte so bei kleinem Wasser den Auf­zug. Je nachdem man das eine oder andere Fludertor öffnete oder schloß, änderte sich die Fahrtrichtung. Für den Wasserabfluß war jedoch nur ein gemeinsamer Weg offen. Die Einrichtung ermöglichte es, während eines Tages 105 Klafter Holz aufzuziehen. Der 42 Klafter lange Aufzug war überdacht und die auf Säulen gesetzte Aufzughütte 3° 4' breit und 2° 5' hoch. Auch die am unteren Ende des Aufzugs befindliche Holzauflegestätte war gegen die Witterungseinflüsse durch einen Holzbau von 4° 3' Länge, 3° 4' Breite und 2° 5' Höhe geschützt. Am oberen Ende des Aufzugs stand bloß eine kleine Hütte für das darin aufgestellte Seilrad, eine größere Anlage war nicht nötig, weil das angelangte Holz gleich in die Wasserriese geworfen wurde und wegschwamm. Die Aufzugbahn, auf welcher die Wagen liefen, bestand aus Straßbäumen mit seitlich auf genagelten Leithölzern, um das Ausweichen der Fahrzeuge zu verhindern.

Mit der Hebung des Holzes um 26° 5', der Seigerhöhe des Aufzugs, war die Scheitelhöhe des Sattels zwar noch nicht erreicht, es bedurfte dessen aber nicht, da es durch kluge Ausnutzung des Terrains gelang, von der Kopfstation des Aufzugs weg einen Schwemmkanal mit ausreichendem Gefälle am Gehänge bis zum Mitter-

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Abb. 2. Holzaufzug im'Außerweißenbach,