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Viktor Thiel: Geschichte der Donauregulierung bei Wien.
Als 1891 die Vororte mit der Gemeinde Wien vereinigt wurden, ging man an die Errichtung großer Verkehrsanlagen; so wurde auch der Donaukanal in einen Winter- und Handelshafen umgestaltet, der durch die Hafenanlagen in der Freudenau und Kuchelau eine Ergänzung erfuhr.
Im Konkurrenzkampf zwischen Eisenbahnen und Wasserstraßen, der sich im Laufe des 19. Jahrhunderts mit besonderer Heftigkeit in England abgespielt hatte, erwiesen sich die Wasserstraßen den Schienenwegen in der Massenbeförderung als überlegen und traten seit den Siebziger]ahren durch ihre viel billigeren Beförderungskosten in den Vordergrund. Auch in Österreich tauchten damals die Projekte der Schiffahrtskanäle wieder auf. Doch erst durch das Wasserstraßengesetz vom Jahre 1901 schickte man sich an, durch den Bau von fünf großen Kanälen die Flußsysteme der Elbe, Oder, Weichsel und des Dnjestrs mit der Donau zu verbinden und hierdurch den Verkehr auf der Donau als der Hauptverbindungsader zu befruchten. Ein großes Unternehmen, das man im Donaureich durch Jahrhunderte geplant hatte.
Abb. 5. Die Schleuse des Donaukanals in Nußdorf bei Wien.