Zur Geschichte des k. u. k. Technischen Militär-Komitees 1869—1918
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nologische Prüfung von Bau- und Konstruktionsstoffen. Technologie der Aero- nautik. Photographie. Elektrotechnik. Blitzschutz. Telegraphie und Signalwesen. Werkstätten.
Präsidial-Adjutantur mit Protokoll und Expedit.
Redaktion der „Mitteilungen des technischen Militärkomitees über Gegenstände des Artillerie- und Geniewesens“.
Bibliot liek.
Lithographie.
Photographie.
Der dem Ministerium unmittelbar untergeordnete Leiter des Komitees führte den Titel „Präsident“, er war also nicht Kommandant, wie sein militärgeographischer Kollege, und nicht Direktor, wie die Leiter des historischen und musealen Dienstes. Es war eben ein Komitee, dem präsidiert wurde. Der Präsident hatte im besonderen die für die einzelnen Sonderaufgaben aus den Sektionen gebildeten gemischten Kommissionen zu leiten, denn es gab nur wenige Fragen, die ausschließlich in einer Sektion oder Abteilung allein hätten gelöst werden können. Der Präsident hatte auch das Recht, in wissenschaftlichen Angelegenheiten mit allen in Betracht kommenden militärischen und zivilen Stellen direkt in Verbindung zu treten, Fachmänner der ganzen Armee nach Bedarf zur Mitarbeit heranzuziehen und seine eigenen Organe zu informativen Zwecken militärischen Übungen beiwohnen zu lassen.
Der vom Kaiser ernannte Präsident mußte entweder dem Artillerie- oder dem Geniestabe angehören und bekleidete den Rang eines Generalmajors oder Feld- marschalleutnants. Von 1869—1918 gab es 12 Präsidenten, von denen acht aus der Artillerie- und vier aus der Geniewaffe kamen. Nach Jahren ausgedrückt, wurde das Komitee rund 32 Jahre von der Artillerie und 17 Jahre von der Genie verwaltet, es liegt somit ein deutliches über wiegen der Artillerie vor, was sich nicht nur durch die ziffernmäßige Stärke der Artillerie innerhalb des Heeres, sondern auch mit der ausschlaggebenden Rolle erklärt, welche die Artillerie in dieser Epoche zu spielen begann. Mit Rücksicht auf den überragenden Anteil, den die Präsidenten des Komitees auf die gesamte Armee-Entwicklung und auf die Schlagfertigkeit der Truppen genommen haben und darauf, daß die im Kriege erzielten Erfolge nicht zuletzt auf die Güte der Bewaffnung und Ausrüstung
Bild 2. Arthur Graf Bylandt- Rheidt (1821—1891) Feldzeugmeister, Ritter vom Goldenen Vliese, erster Präsident des Technischen Militär -Komitees
Technikgeschichte, 14. Heft.
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