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Karl Holey
technische Denkmale anzusehen sind, soweit sie Werkzeuge, Waffen, Gebrauchsgegenstände, Beispiele technischer Arbeitsmethoden betreffen.
Wir sehen, daß in Österreich alle Bedingungen in legislatorischer und organisatorischer Hinsicht gegeben sind, um den Schutz der technischen Denkmale durchzuführen.
Österreich ist reich an technischen Denkmalen, von den frühesten Zeiten angefangen und aus allen Gebieten der Technik. Es kann nicht die Aufgabe dieser Zeilen sein, ein Verzeichnis der technischen Denkmale Österreichs, sei es auch
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Abb. 1. Die römische Wasserleitung nach Wien (Ausgrabungen bei Liesing und Atzgersdorf).
nur der wichtigsten, zu geben, sondern es sollen die für unser Land besonders in Betracht kommenden Gebiete kurz erwähnt werden. Der Bergbau in den Alpenländern hat schon aus der vorgeschichtlichen Zeit zahlreiche Denkmale hinterlassen, die von der Forschung seit langer Zeit eingehend beachtet wurden und die von der offiziellen Denkmalpflege in dem Band der österreichischen Kunsttopographie über die Urgeschichte des Kronlandes Salzburg von Dr. Georg Kyrle eingehend behandelt wurden. Die Salzbergwerke und die Salzgewinnung in Salzburg und im Salzkammergut, der Bergbau auf Kupfer und Edelmetalle in Tirol, die Eisengewinnung, das Eisenhüttenw'esen im obersteirischen Gebiete und die daraus entstandenen uralten Eisenindustrien sprechen in zahlreichen Denkmalen der verschiedensten Art, Bauwerken, technischen Vorrichtungen, Werkzeugen und Maschinen eine eindringliche Sprache.
Die Alpen, die Heimat der Denkmale des Bergbaues, waren der Anlaß zu großen Ingenieurbauten der Börner auf dem Gebiete des Straßenbaues, die sehr bemerkensw'erte Spuren hinterlassen haben und deren Schutz im Ödlande des Gebirges leichter durchzuführen ist als in den Verkehrsgebieten der Ebene. Auch alte Brückenkonstruktionen aus Stein, Holz und Eisen sind in interessanten Beispielen noch erhalten. Die Beförderung der Salzprodukte nach dem Norden hat schon frühzeitig zur Anlage einer Eisenbahn von Gmunden über Linz nach