Technologie. 57
In der graphischen Industrie verzeichnet Österreich besondere Erfolge. In die Buchdruckpresse wurde die sogenannte Eisenbahnbewegung und das Zylinderfarbwerk von L. Müllek in Wien eingeführt, wodurch der Buchdruckschnellpresse eine genaue und vielseitige Arbeitsleistung gegeben wurde. In Europa verwendete
Abb. 12. Nähapparat von Abb. 13.
Josef Madersperger, Wien, £ Die Schreibmaschine des österreichischen Erfinders Peter 1839. Mitterhofer, um 1864.
Alois Auer v. Welsbach in Wien erstmalig das Rollenpapier in der Buchdruckpresse und Georg Sigl in Wien baute die erste Steindruckschnellpresse mit dem rollenden Druckzylinder, wie er noch heute gebräuchlich ist. Alois Auer in Wien
erfand den Naturselbstdruck im Jahre 1852. Für die photochemischen Verfahren schuf der Österreicher J. Petzval in Wien die Grundlage durch die Erfindung des lichtstarken Objektives im Jahre 1840, das erst die Porträtphotographie ermöglichte. Von England und Frankreich kam die Verbesserung des chemischen Teiles der Photographie durch die Einführung des Kollodiumprozesses, der dann durch das Wirken von Dr. J. M. Eder und E. Valenta in Wien viele Verbesserungen erfuhr. In der Reproduktionstechnik war Paul Pretsch in Wien im Jahre 1854 der erste, welcher die photographischen Gelatinereliefs galvanoplastisch abformte und diese Abformungen als Druckplatten in der Druckpresse verwendete. Das für die Reproduktion von Kunstwerken überaus wichtige Verfahren der Heliogravüre wurde in Wien von K. Klitsch im Jahre
Abb. 14. Objektiv von Josef Petzval, Wien, 1840.