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Eduard Merlicek
lastung, anderseits die Ausnützung der gespeicherten Wassermengen erzielen und daher Musterbeispiele der Wasserwirtschaft darstellen, gehört auch die Wienflußregulierung, die einschließlich der Wientalwasserleitung in den Jahren 1895 bis 1903 ausgeführt wurde.
Hier galt es, der Verwilderung des Flußbettes, die besonders zwischen Hüttel- dorf und der Verbindungsbahnbrücke nächst St. Veit ausgeprägt war, Einhalt zu tun und die ständige Verunreinigung des Flußwassers zu beheben.
Aus einer Reihe von Vorschlägen zur Beseitigung dieser Übelstände ergibt sich auch hier die Wandlung, die auf dem Gebiete der österreichischen Wasser-
Abb. 1. Ansicht der Grünwalder Talsperre bei Gablonz a. d. Neiße.
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Wirtschaft seit dem 18. Jahrhundert fast allgemein zu beobachten ist. Zunächst sollten nach einem Entwürfe des Architekten und Statuarius Wilhelm Bayer vom Jahre 1781 vier Fischteiche im Kloster Mauerbach herangezogen werden, auch sollten weiter flußaufwärts noch Sammelbecken angelegt und alle Quellen und Gewässer zusammengezogen werden, um das Flußbett zur Zeit der Niederwässer mit Wasser zu versorgen und zu reinigen; um das Versickern des Wassers im Flußbette zu verhindern, sollten die öden Gründe, die infolge des Umlegens der Auen entstanden waren, wieder angepflanzt werden. Spätere Entwürfe befaßten sich mit der Einbeziehung des Wienflusses in die Anlage von Schiffahrtskanälen, während eine weitere große Gruppe von Entwürfen eine vollständige Ableitung des Wienflusses entweder gegen Hetzendorf in den Liesingbach oder gegen Simmering in den Donaukanal, die Verschüttung oder Überwölbung des alten Flußbettes und die Benützung des dadurch gewonnenen Raumes für Straßen und Lokalbahnen in Aussicht nahm.
Der zur Ausführung gelangte Plan rührt aus dem Jahre 1891 her und wurde gelegentlich der Verhandlungen zur Gründung der „Kommission für Verkehrsanlagen“ in Wien von dem Wiener Stadtbauamte hergestellt. Die Regulierungs-