Österreichs Anteil an der Entwicklung des Liclitbildwesens. 17
ragender Platz eingeräumt werden, das 1806 als typographische Anstalt gegründet, 1818 durch Einführung der Lithographie und 1839 durch Vereinigung mit dem ,, Institute Geografico Militare“ in Mailand erweitert wurde. Nach Aufnahme der photographischen Verfahren durch Ritter von Schönhubeb, 1862, wurden schon 1865 Photolithographien mit der Schnellpresse gedruckt. Die Heliographie und Chemigraphie führten Mabiot und Roese ein, während der wissenschaftlichen Pflege der Photographie durch Oberst 0. Volkmeb und nach ihm durch Freiherrn A.v. Hübl besondere Bedeutung beigemessen w'urde. Ersterer brach mit der Geheimhaltung der im Institute ausgeübten Verfahren und veröffentlichte dessen Arbeiten und praktische Verfahren zum großen Nutzen der Privatindustrie.
Unter der Leitung von Freiherrn A. v.
Hübl (1852—1932) (Abb. 14) kam das Militär- geographische Institut zur Entfaltung. Als Artillerieoffizier war er 1879—1881 zum Studium der Chemie an die Wiener Technische Hochschule entsendet w'orden, wo er sich unter anderem auch für Photochemie interessierte und die Vorlesungen Edees hörte.
Als er an das Militärgeographische Institut kommandiert wurde, blieb er seiner Vorliebe für Photographie treu, modernisierte den Betrieb des Institutes, veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen und Werke, die das Gesamtgebiet der Photographie und Reproduktionstechnik umfassen, und schrieb ferner über Geodäsie und Photogrammetrie.
Ihm wurden zahlreiche Ehrungen zuteil; er wurde Ehrendoktor der Technischen Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. Gegen Ende des Weltkrieges trat Feld- marschalleutnant von Hübe von der Leitung des Institutes zurück. Nach dem Zusammenbruche wurde das Institut wesentlich verkleinert und vom Handelsministerium als „Kartographisches Institut“ weitergeführt. 1920 wurde Hübl mit einem Stabe von österreichischen Mitarbeitern von der Brasilianischen Regierung nach Rio de Janeiro zur Errichtung eines kartographischen Institutes berufen, wo er bis 1924 weilte. Nach seiner Rückkehr nach Wien stellte ihm das österreichische „Kartographische Institut“ ein bescheidenes Laboratorium für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung, wo er noch bis 1930 tätig war; 1932 starb dieser bedeutende Gelehrte und Organisator im 80. Lebensjahr. Im Jahre 1933 wurde an der Wirkungsstätte Hübls eine Gedenktafel enthüllt.
Die Staatsdruckerei erwarb sich unter den Leitern Volkmeb und Fbitz große Verdienste um den Farbendruck in den photochemischen Reproduktionsverfahren. Der Zerfall der Donaumonarchie und die Not der Zeit zwangen dieses durch seine
Geschichte der Technik, 4. Heft.
Abb. 14. Feldmarschaileutnant Dr. h. c. Arthur v. Hübl,
Kommandant des Militärgeographischen Institutes.
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