Aufsatz 
August Musger / von Paul von Schrott
Entstehung
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Paul von Schrott

siedelte die Familie nach Kindberg, woselbst Vater Musgeb, die Stelle eines Ober­lehrers der dortigen Volksschule übernahm. Außer der Leitung der Schule widmete er seine Tätigkeit auch noch dem Musikvereine als Regens chori und Chormeister. Überhaupt waren die Eltern Musgers sehr musikbegabt, und in Kindberg bildete sich bald ein musikalischer Kreis, dessen Einfluß auf den heranwachsenden Knaben nicht ohne Wirkung blieb. In Kindberg erblickten noch drei Brüder das Licht der Welt, die heute in hochansehnlichen Stellungen im Lehrberuf tätig sind. Vater Musger kam im Jahre 1897 als Oberlehrer nach Deutsch-Landsberg und starb im Ruhestände bei seinem Sohne Georg in Bruck a. d. Mur.

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Abb. 1. Musgers Geburtshaus in Eisenerz, Steiermark.

August Musger, dessen Lebensgeschichte wir hier erzählen, verlebte seine Kindheit und Jünglingsjahre in Kindberg und Graz. In Kindberg besuchte er die Volksschule von 1874 bis 1879. In diesem Jahre kam er an das Staatsgymnasium in Graz und absolvierte das Untergymnasium zum Teil am Staatsgymnasium und zum Teil im Fürst bischöflichen Knabenseminar, das Obergymnasium wieder am Staats­gymnasium. Hier legte er im Jahre 1887 die Maturitätsprüfung mit Auszeichnung ab. 1887 bis 1891 studierte er Theologie an der Universität Graz. Nach Vollendung seiner theologischen Studien wurde er am 20. Juli 1890 in Kindberg zum Priester geweiht. Die lebhafte Anteilnahme der Bevölkerung an der Primiz Musgers zeigte die große Beliebtheit der Familie in Kindberg. Der junge Priester kam zuerst als Kaplan nach Preding, einem weststeirischen Marktflecken. Aber nur zwei Jahre sollte Musger seinem seelsorgerischen Berufe obliegen. Schon waren die Augen der Höheren auf den ungemein talentierten jungen Priester gefallen, und als der