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Paul yon Schrott
stetig von der Trommel T 2 zur Trommel T v Würde der Spiegel ruhig stehen, so würde sich das Bild des Punktes P, da sich der Film an diesem Punkte P l vorbeibewegt, als Strich abbilden. Dreht sich der Spiegel nun in dem in der Zeichnung angedeuteten Sinne, so kann man den Lichtstrahl dem Film derartig nachführen, daß das Bild des Punktes immer auf denselben Punkt des Filmes fällt, daß also eine relative Verschiebung zwischen Film und Bild nicht stattfindet. Wie man aus der schematischen Abbildung sieht, entspricht einer Verdrehung des Spiegels aus der Lage S x in die Lage S 2 um den Winkel <x eine Verschwenkung des reflektierten Strahles von P l nach P 2 um 2 oc. Wenn also die Drehung des Spiegels mit der Drehung
der Trommel T v welche den Film mitnimmt, derart zwangläufig gekuppelt ist, daß die fortgeschaffte Filmlänge P X P 2 gleich ist dem Wege des Bildes, dann ist das Bild auf dem Film optisch stationär.
Bei der Bildprojektion verläuft der Vorgang umgekehrt. Der Bildpunkt P l des stetig bewegten Filmbandes wandert mit der Winkelgeschwindigkeit 2<x nach P 2 , während sich der Spiegel zwangläufig um den Winkel oc dreht. Infolgedessen verbleibt der reflektierte Strahl und damit das Punktbild P trotz der Bewegung des Filmes auf dem Projektionsschirm in Ruhe.
Dies ist das Grundprinzip des Mus- GERschen Spiegelausgleiches. In dieser einfachen Form ist aber der optische Ausgleich für die Praxis nicht geeignet, weil ein Spiegel nur bei einem relativ sehr kleinen Verschwenkungswinkel der geforderten Bedingung mit genügender Genauigkeit entsprechen kann und größere Verschwenkungen schon aus dem Grunde nicht möglich sind, weil ja schließlich der Spiegel dem Lichtstrahl seine Rückseite zukehren, ihn also überhaupt * nicht mehr reflektieren würde. Musger war daher gezwungen, statt eines um seine Achse rotierenden Spiegels eine Spiegeltrommel zu verwenden, bei welcher jeder einzelne Spiegel um die Trommelachse rotiert, d. h. um eine Achse, welche nicht durch seine Ebene geht.
Musger löste nun die Aufgabe in folgender Weise (Abb. 4):
Als Ausgleichselement wird ein Spiegelprisma c verwendet, das ist eine polyedri- sche Trommel, deren Oberfläche verspiegelt ist. Durch die Rollen / und g, h und i, wird der Film mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt. An der Stelle e ist der Film auf eine kleine Länge freigegeben. An dieser Stelle erfolgt die photographische Aufnahme oder bei der Projektion die Durchleuchtung des Bildes. Die an dieser Stelle zylindrische Bahn kann auch in einer Ebene angeordnet werden. Durch die Objektive b und m wird bei der Aufnahme ein Bild des Objektes auf dem Film ent-
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Abb. 4. Zeitlupe von Musger.
Nach der österr. Patentschrift 23.608 vom 3. Dezember 1904.