Franz Freiherr von Uchatius.
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der Luft. Kampfhandlungen dieser Art wurden dann erst im Weltkrieg neuerdings erprobt. Der Bombenabwurf ist seither, da er nun unter ganz anderen technischen Voraussetzungen ausgeführt werden kann, eines der wirksamsten Kriegsmittel von heute geworden.
Über die Art, wie die Bombenabwürfe auf Venedig durchgeführt wurden, sind des öfteren den Tatsachen nicht entsprechende Mitteilungen gemacht worden. Eine deutsche, sich mit der Luftfahrt beschäftigende Zeitschrift erzählt, daß die Brüder Uchatius in einem Fesselballon aufgestiegen seien. Am Korb dieses bemannten Ballons seien dann an einer langen Leine, in entsprechenden Abständen, mehrere kleinere Ballons befestigt gewesen, die die Bomben trugen. Durch ein elektrisches
Abb. 3. Zeitgenössische Darstellung des Luftangriffs der Brüder Uchatius während der Beschießung von Venedig 1849.
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Zündgerät hätte man dann von dem Korb des Fesselballons den Zünder jener Bombe betätigen können, die zum Abwurf gebracht werden sollte. Die Unsinnig- keit dieser Darstellung, die sich auf viel später gemachte, niemals verwirklichte Vorschläge des Bombenabwurfes, nicht aber auf die Tätigkeit der Brüder Uchatius vor Venedig bezieht, ist schon daraus zu erkennen, daß das elektrische Zünden von Minen erst Mitte der Sechzigerjahre erstmaüg versucht wurde.
In Triest vom Kriegsdampfer „Volcano“ ans Land gesetzt, eilten die Brüder, für die die Tätigkeit als Angreifer Venedigs aus der Luft damit zu Ende war, rasch heimwärts. Franz Uchatius scheint um den 10. August 1849 in Wien eingetroffen zu sein. Damit aber begann für ihn eine größere Aufgabe: Am 18. April 1849 hatte Kaiser Franz Joseph noch von Olmütz aus — denn er war seit seinem Regierungsantritt wegen der unsicheren Verhältnisse in Wien noch nicht in diese Stadt gekommen — „dem Antrag zur Erbauung eines konzentrierten Artillerieetablissements außer den Linien Wiens in der vorgeschlagenen Art und Weise“ seine Genehmigung
Geschichte der Technik, 1. II.
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