Aufsatz 
Franz Freiherr von Uchatius / von Erich Kurzel-Runtscheiner
Entstehung
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Erich Kurzel-Runtscheiner

erteilt. Zu den Mitgliedern des Komitees aber, dem die Vorbereitung und die Leitung dieses Bauvorhabens unter dem Vorsitz Feldmarschalleutnants Freiherrn von Au­gustin übertragen worden war, gehörte auch Uchatius.

Schon vor dem Jahr 1848 hatte die Absicht bestanden, ein großes Artillerie­arsenal zu erbauen. Die Ereignisse während der Revolution, während welcher das damals in der Inneren Stadt am Hof gelegene Wiener Zeughaus erstürmt worden war, ließen nun den Gedanken zum Entschluß werden, außerhalb der Linienwälle ein für aufrührerische Massen uneinnehmbares Bollwerk zu schaffen. In diesem sollten nicht nur sämtliche bisher in Wien und in dessen Umgebung verstreut unter­gebrachten Armeewerkstätten und Zeugslager Platz finden und ein Armeemuseum

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Abb. 4. Zeitgenössisches Vogelschaubild des Wiener Arsenals.

geschaffen werden, sondern es sollte auch die Möglichkeit bestehen, von dort aus im Falle eines Aufruhrversuchs die Residenz durch Artilleriefeuer in Schach zu halten.

Uchatius fiel im Arsenalbaukomitee, entsprechend seinen Sonderkenntnissen die Aufgabe zu, die Pläne für die Artillerie Werkstätten zu entwerfen, die Einrichtungen des Gußhauses zu schaffen, die Bearbeitungswerkstätten ein­zurichten, sowie überhaupt die bauliche Durchführung dieses Teils des Arsenals zu überwachen und zu leiten.

Die Grundsteinlegung zum Bau, die schon am 21. Juli 1849 stattfand, beweist die Eile, mit der man daranging, hiereine der großartigsten Bauanlagen der Neu­zeit zu schaffen (Allgemeine Bauzeitung 1866, S. 316ff.Das k. k. Artillerie­arsenal zu Wien). Für Uchatius aber hatte diese Eile, mit der alle Vorarbeiten betrieben wurden, zur Folge, daß er wenige Tage, nachdem er, vom italienischen Kriegsschauplatz kommend, in Wien eingetroffen war, zur ersten der beiden Studien­reisen aufbrechen mußte, die er als Mitglied des Baukomitees unternahm. Ins­besondere das auf der zweiten dieser beiden Reisen Gesehene sollte für Uchatius dann zur Grundlage alles dessen werden, was er im weiteren Verlauf seines arbeits-