76
Mitteilungen und Berichte.
I. Das steirische Eisenbuch. Von Dr. H. Klopfer und Dr. H. Riehl, Ley kam-Verlag, Graz 1937, Preis RM 3.80.
Dieses Buch führt nicht nur alle größeren Eisenwerke der Steiermark in Wort und Bild vor Augen, sondern zeigt auch die Entstehung, die Entwicklung und den gegenwärtigen Erzeugungsumfang jedes einzelnen Werkes, so daß dieser Band in seiner Vielfältigkeit einen wichtigen Beitrag zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Landes darbietet.
II. Das steirische Eisen wesen bis 1564. Von H. Pirchegger, Leykam- Verlag, Graz 1937, Preis RM 6.—.
Das Werk gliedert sich in drei Teile:
Der steirische Erzberg bis 1435; anschließend: Das steirische Waldeisen und das Kärntner Eisen wesen bis 1519.
Die Reform des Eisenwesens unter Friedrich III. und Maximilian I.; anschließend: Steirische Hämmer in diesem Zeitabschnitt.
Die Zeit von 1519 bis 1564: Der Erzberg, und zw T ar: Die Beamten, der Berg, das Blähaus, die Hämmer; anschließend: Das Kärntner Eisenw r esen dieser Zeit.
Dieses Buch ist für die ältere Technikgeschichte Österreichs sehr aufschlußreich und für jeden Freund der „Ehernen Mark“ besonders wertvoll.
Die Philosophie eines Biologen. Von J. S. Haldane, aus dem Englischen übersetzt von Prof. Adolf Meyer. Verlag von Gustav Fischer in Jena, 1936. Preis RM 4.50.
Bei dem nunmehr vollzogenen Aufbau des Großdeutschen Reiches waren folgerichtig technisch-wissenschaftliche und technisch-wirtschaftliche, ferner lebensgesetzliche, persönliche und ethisch-soziale Kräfte stark am Werk. — In gleicher Stufenfolge behandelt der ehemalige Ehrenpräsident der Institution of Mining Engineers Dr. J. S. Haldane (1860—1936) in seinem Buche,,Die Philosophie eines Biologen“ die physikalische, die biologische, die psychologische und die religiöse Denkart. Er weist hierbei nach, daß allen Lebewesen außer ihrem physikalischen und chemischen Bestände noch besondere vitalistische Erscheinungen eingegliedert sind, daß ferner der Persönlichkeitswert eines Menschen durch sein bewußtes Wollen und seine Voraussicht bedingt ist und daß schließlich erst durch das Zusammenfassen von Genossen ethische, soziale und religiöse Werte gezeitigt werden. Haldane erachtet den nationalen Staat nicht als eine bloße Anhäufung parteimäßig zersplitterter Bevölkerungsteile, sondern vielmehr als einen in sich ganzheitlich gegliederten und zusammenhängenden Organismus. Dem Marxismus, der aus einer kausal bedingten Welt durch „dialektische“ Ableitungen eine höhere Existenzform hervorbringen will, lehnt dieser Angelsachse folgendermaßen ab: „Einer Dialektik solcher Art kann ich keinen höheren Sinn beimessen, auch wenn der Marxismus neuerdings eine größere Bedeutung dadurch erlangt hat, daß er die offizielle Philosophie der russischen Regierung bildet“. — Wer die geistigen Grundlagen der deutschen Technik und ihre innige Kulturverbundenheit voll anerkennt, der mag in den von Prof. A. Meyer trefflich eingeleiteten Gedankengängen Haldanes einen Wegweiser zu der kommenden holistischen Lehre finden, welche von den Erscheinungen der Energetik ausgehend über Biologie und Psychologie zur Wirklichkeitstiefe alles Seins hinführt.