Josef Sames: Die Reste der Schwarzenberg-Sckwemmanlagen an der Großen Mühl. 17
Fürsten den Vorschlag machte, das Holz der südlichen Abdachung des Böhmerwalds auf dem Wasserweg an die Donau und auf dieser nach Wien zu bringen.
Der Vorschlag fand die Genehmigung und so entstand in den Jahren 1789 bis 1822 der Schwarzenbergsche Schwemmkanal, der mit Hinweis auf seine Bestimmung auch die Bezeichnung „Wiener Schwemmkanal“ führte. In einer Länge von 52 km, davon 15 km auf oberösterreichischem Boden, führte er aus der nördlichen Abdachung des Plöckensteingebiets an der Dreiländermark über die Wasserscheide zwischen Moldau und Großer Mühl beim Rosenhügel, um dort in einen Seitenbach der Großen Mühl und dann oberhalb Haslach in diese selbst zu münden.
Abb. 1 Rechenbrücke in Partensfein zur Zeit der Holzschwemme 1882.
Während der Kanal selbst bedeutende technische Arbeiten erforderte — er mußte vielfach aus Granit gesprengt oder gepflastert werden, ein bedeutender Stollen und eine anschließende Wasserriese mußten geschaffen werden — erforderte das als Fortsetzung dienende Bett der Großen Mühl keine besonderen Vorkehrungen. Wohl aber wurden solche notwendig an der Mündung der Mühl in die Donau, in dem am Fuße des Schlosses Neuhaus gelegenen Weiler Untermühl.
Hier gab es wohl schon Anlagen aus früherer Zeit, weil sowohl das Hochstift Passau, das hierfür ein Privilegium besaß, als auch das Stift Schlägl die Holzschwemme auf der Mühl betrieben. Diese Anlagen in Untermühl waren jedoch unzureichend, es konnten nur geringe Holzmengen auf einmal zur Abschwemmung kommen. Daher bewarb sich Fürst Schwarzenberg um ein ausschließliches Privilegium, das Passauer Privilegium, das dem im Wege stand, wurde von der Regierung als erloschen erklärt und Schwarzenberg konnte, da er das gewünschte Privilegium erhielt, nunmehr
Geschichte der Technik, 5. Heft.
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