Aufsatz 
Die Reste der Schwarzenberg-Schwemmanlagen an der Großen Mühl / von Josef Sames
Entstehung
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Josef Sames

auch an die Ausgestaltung der Schwemmanlagen in Neuhaus - Untermühl schreiten.

In dem an die oberösterreichische Landesregierung gerichteten kaiserlichen Hofkanzleidekret vom 27. August 1789 heißt es bezüglich dieser Anlagen:

,,§ 3 solle ihm Fürsten am Ende des Mühelfluß, wo derselbe sich in die Donau ergießet, einen förmlichen Rechen nach der Stärke und Größe, wie solcher zu dieser Schwemme nötig ist, anzulegen, den Mühelfluß nach Erfordernis herzuhalten, Stein und Klippen zu sprengen, auch dabei weiters erlaubt seyn, das bei dem Rechen ausgezohene Holz nach Notdurft aufzustellen.

Ingenieur Rosenauer ging nunmehr daran, die vorhandenen unzureichenden Anlagen aus früherer Zeit auszugestalten und die laut Privilegium genehmigten

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Abb. 2. Kaimauer an der Mündung mif öff- Abb. 3. Küchengebäude und Scheune über nungen zur Anbringung eines schwimmenden dem ehemaligen Seitenkanal.

Rechens.

neuen herzustellen. Der einzige immittelbar an der Mündung in die Donau be­stehende alte Rechen wurde verbessert und ein neuer Rechen, ungefähr 1,5 km fluß­aufwärts an einer günstigen Flußenge in Partenstein im Jahre 1790 erbaut. Dieser hatte die Bestimmung, die ganze anrinnende Holzmasse aufzuhalten und Holz dann nur partienweise an die untere Schwemmanlage abzugeben. Diese malerische, gedeckte Rechenbrücke, wie solche früher vielfach in den Alpengebieten bestanden haben, wurde, nachdem sie durch ein Hochwasser weggerissen worden war, erneut auf drei Steinpfeilern aufgebaut. Von der Rechenbrücke reichten in enger Reihung bewegliche Holzsparren,Spindel genannt, auf das Flußbett hinab, wo sie durch Balken festgehalten wurden. Diese Spindeln wurden am Ende der Schwemmzeit ausgespindelt und auf be wahrt und im Frühjahr wiedereingespindelt.

Die weiteren Vorkehrungen bestanden in der Beschaffung eines genügend großen Holzplatzes, auf dem das aus der Mühl ausgeländete Holz aufgestapelt werden konnte, von wo es dann nach Bedarf auf die Donauschiffe verladen und ab­befördert wurde. Die Ausländung des Holzes wurde erleichtert durch einen den Holz­platz durchschneidenden Kanal, bei dessen Abzweigestelle vom Fluß ein schwimmen-