20 Josef Sames: Die Reste der Schwarzenberg- Schweinmanlagen an der Großen Mühl.
tätigkeit beteiligt war, er findet aber eines nicht mehr, die Rechenbrücke in Partenstein. Hier hat die moderne Industrie scharf zugegriffen, 1926 wurde die Brücke abgetragen, am rechten Mühlufer wurde eine Werksstraße gebaut von Neuhaus stromaufwärts bis zum Kraftwerk, diese Straße ist im oberen Teil schön eingesäumt von prächtigen Granitquadern, es sind die letzten Reste der einstigen gedeckten Rechenbrücke. Der „Schutz der technischen Denkmale“, den Prof. Dr. Holey im ersten Heft dieser Blätter so warm empfohlen hat, kam hier noch nicht zur Auswirkung, doch soll über diesen Schmerz hinw r eg auch der Freude Ausdruck gegeben werden, daß hier wieder ein großes technisches Werk entstand, wie es das alte war, das heute noch neben den erwähnten baulichen Resten in der Volkssage fortlebt. Wie von manchen Wunderwerken der Technik erzählt die Volkssage auch vom Schw r arzenbergkanal, daß ihn ein zum Tode Verurteilter entwarfen habe, der sich dadurch sein Leben erkaufte. Der moderne Ingenieur aber schuf sein Werk nicht in todgeweihter Stimmung, sondern in lebensfroher Arbeitsfreude, das erzählen hier die Reste des einstigen und die Anlagen des neuen Werkes.
Schrifttum.
Johann Czjzek, Niveau Verhältnisse des Schwarzenhergschen Schwemmkanales. Jahrbuch der Geolog. Reichsanstalt, Wien 1854.
R. Huyer, Geschichtliches über die Verbindung der Moldau mit der Donau. Tagespost, Linz 1901. Unterhalt.-Beil. Nr. 14 u. 15.
Ing. K. Ebner, Die Entwicklung der Holztransporte auf den Wasserwegen des südlichen Böhmerwaldes. Festschrift des Staatsobergymnasiums in Krumau, 1921.
Josef Sames, Holztrift auf der Großen Mühl. Oberösterreichische Tageszeitung, Linz 1926, Nr. 261.
Der Schwarzenbergsche Schwemmkanal. Waldheimat, Budweis 1928, Nr. 11.
Johann Sigl, Holzscliw T einme auf der Großen Mühl. Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Mühlviertels. 13. Bd. 1929, S. 50f.
Dr. F. Pfeffer, Alte Holztriftanlagen in Oberösterreich. Heimatland, Linz 1933, Nr. 19.