Aufsatz 
Zwei Meister der Kunstmechanik am Hof der Kaiserin Maria Theresia : Ludwig Knaus und Friedrich von Knaus ; ein technikgeschichtliches Kulturbild / von Erich Kurzel-Runtscheiner
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Ludwig Knaus und Friedrich von Knaus.

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Gebrauch der Zeit entsprechend, zuCabinetten ausgestalten ließ. Diese groß­zügige organisatorische Arbeit wurde zum größten Teil in den Friedens]ahren zwischen dem Ende des Österreichischen Erbfolgekriegs (1748) und dem Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs (1756) geleistet. Damals umgab sich der Kaiser mit jenem Stab von ausgezeichneten Vertretern der ihn interessierenden Wissenszweige, denen er die Schaffung von vier wissenschaftlichen und künstlerischen Hofinstituten über­trug. Diese sind die Grundlage jenes weltbekannten wissenschaftlich-künstlerischen Apparats geworden, über den Wien heute noch verfügt. Ein Gemälde, das Franz Mesmer um 1760 schuf, zeigt den Kaiser inmitten seiner wissenschaftlichen Paladine,

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Abb. 6. Das Physikalische Kabinett des Allerhöchsten Kaiserhauses.

Dieses um 1790 von unbekannter Hand gemalte Aquarell zeigt das Inventar und allerdings nach der Gepflogenheit der Zeit ein wenig idealisiert Einrichtung und Räumlichkeit dieses Instituts. In der Mitte hält der Direktor des In­stituts, Hofmathematikus Joseph Nagel, für junge Erzherzoge und Mitglieder der Hocharistokratie eine Lehrstunde ab. Das Aquerell stammt aus der Sammlung Figdor und ist nun als Leihgabe der Wiener Städtischen Sammlungen im Wiener

Technischen Museum ausgestellt.

zeigt aber auch die völlig neuzeitig anmutende Ausgestaltung der Sammlungsräume, die der Kaiser hatte hersteilen lassen (Abb. 5).

Unter den vier Gelehrten, die ihn umgeben, interessiert an dieser Stelle Jean Francois de Marcy. Er stammte aus dem belgischen Ort Chassepiere und hatte als Angehöriger des Jesuitenordens eine gründliche und vielseitige wissenschaftliche Ausbildung erhalten.

Mit dem Direktor Franz Chr. von Scheyb war Marcy um 1728 in Neapel Er­zieher im Hause des Vizekönigs Graf Harrach, von wo er um 1740 mit dem jungen Grafen nach Leyden reiste, das er um 1743 verließ. In Paris erschien 1753 sein Ge­dicht über die Malerei, gemeinsam mit einer ähnlichen Arbeit von C. A. Dufresnoy. Nach Wien gelangte Marcy 1744 und wurde hier Professor an der Universität, Kano-