Ludwig Knaus und Friedrich von Knaus.
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und den Papierführungsmechanismus. Erforderlich gewesen wäre nur, durch eine Taste für jedes zu schreibende Zeichen die zugehörigen Kurvenglieder mit der mechanischen Antriebsvorrichtung in Verbindung zu bringen. Dazu waren kaum mehr Schwierigkeiten zu überwinden, als Knaus bereits überwunden hatte, und sein Können würde wohl auch zur Lösung dieser Aufgabe ausgereicht haben, wenn er die Kühnheit gehabt hätte, seine Problemstellung auf eine wirkliche Schreibmaschine und nicht auf einen Automaten zu richten. Auf alle Fälle enthält die KNAUSsche Maschine so wesentliche Elemente der Schreibmaschine, daß es gerechtfertigt ist, den Erbauer nicht in die Klasse der Automatenverfertiger zu verweisen, sondern ihn zu den ersten Vorläufern der Schreibmaschinenerfindung zu rechnen.“
Die Erkenntnisse aber, die der Generation von heute aus dem eben entrollten Kulturbild erwachsen, scheinen sich in folgende Sätze zusammenfassen zu lassen: Das Primat der Politik vor allen anderen Zweigen menschlicher Betätigung, das eines der grundlegenden Axiome der Weltanschauung von heute geworden ist, bestand, wie es nun besteht, auch im Zeitalter des „aufgeklärten Absolutismus“. Damals aber diente die Technik den Fürsten. Dies ist der Grund, warum die Werke, die sie in jener Zeit entstehen ließ, trotz aller auf sie verwendeten Genialität, ohne Auswirkung auf die Technik späterer Jahrhunderte geblieben sind. Denn diese Wirkung in die Ferne kann nur entstehen im Dienst für alle, für Volk und Welt.
Quellen und Schrifttum.
Bücher und Fachzeitschriften.
Das gelehrte Österreich, 2. Bd. Wien 1778.
Anonym, Selbstschreibende Wundermascliine auch mehr andere Kunst- und Meisterstücke. Wien 1780. Verfaßt vom Augustiner Barfüßer Pater Marian (siehe Wiener Zeitung vom 7. Juli 1781).
lndicatuer Den Vlaemsehen. Gent 1781. 5. Bd., S. 177; 7. Bd., S. 292.
Ignaz de Luca, Wiens gegenwärtiger Zustand.Wien 1787.
Beobachtungen und Anmerkungen auf Reisen durch Deutschland. Leipzig 1788. S. 315—318.
Nützliches Adreß- und Reisebuch.Wien 1792. S. 242—243.
Wiener Schriftsteller- und Künstlerlexikon. Wien 1793.
Constant von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Wien 1877—1892.
Henri Martin, Die „allessclireibende“ Wundermaschine Friedrich von Knaus’. Dresden, in: „Leipziger Uhrmacherzeitung“ vom 15. August 1909.
F. M. Feldiiaus, Die Technik der Vorzeit . Leipzig u. Berlin 1914. Sp. 583
(Schreibmaschine).
R. Eger, Karlstein, Die Maria Theresia-Uhr in der Wiener Hofburg. „Deutsche Uhrmacherzeitung“, Heft 18, 1915.
Alfred Chapuis et Edouard Gelis, Le Monde des Automates. Paris 1928.
Otto Pfeiffer, Erfurt, Zur Vorgeschichte der Schreibmaschine, in: „Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie“. 20. Bd., Berlin 1930.
Zeitungen des 18. Jahrhunderts.
Wiener Zeitung, Wiener Diarium, Brünner Zeitung, Preßburger Zeitung.
Akten be stände.
Schloßmuseum, Darmstadt; Staatsarchiv, Wien; Kriegsarchiv, Wien; Hofkammerarchiv, Wien.