Aufsatz 
Josef Werndl, der Mann und sein Werk / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
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Viktor Schützenhofer

Nur durch das Festhalten an diesem Prinzip ist es möglich, eine Anzahl Ge­wehre in einer verhältnismäßig kurzen Zeit in jener Weise zu beschaffen, in welcher sie der Gewehrtechnik der Gegenwart entsprechend erzeugt werden sollen.

Der in der Industrie sonst allgemein richtige Grundsatz: Teilung der Arbeit, würde also durch die Übertragung der Lieferung der Gewehre eines und des­selben Modells an mehrere Fabrikanten eine Anwendung zum Nachteil der

ökonomischen Interessen des Staates ge-

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funden haben, vorausgesetzt, daß dieselben im Inland überhaupt hätte durchgeführt werden können.

In Österreich haben nämlich, außer der Firma Werndl und, in neuester Zeit, auch Fruwirth und Paget, alle Gewehr­fabrikanten bloß die Handarbeit gepflegt und verfügen daher nicht über diejenigen Werkstätten mit den nötigen Hilfsmitteln, um einen maschinenmäßigen Betrieb der Gewehrerzeugung durchführen zu können. mam M Wenn daher das Arar vom Ausland, viel­

facher wichtiger Gründe wegen, unabhän­gig sein wollte, so mußten die großartigen Etablissements zu Steyr für die Gewehr­erzeugung benutzt und die ganze Lieferung dem Herrn Werndl übertragen werden. Diese rückhaltlose Anerkennung von Seite eines so hervorragenden Fachmannes der Waffentechnik, wie Kropatschek, ver­dient besondere Beachtung. Daß aber auch die Allgemeinheit sich mit der Werndl überschriebenen Gewehrlieferung befaßte, zeigen unter anderm auch Karrikaturen aus der Zeit, die auf diese Bezug haben.

Während in diesen zunächst noch Zweifel an der rechtzeitigen Durchführung des Auftrags zum Ausdruck kommen, beweist die hier abgebildete, wie rasch Werndl die Volksstimmung für sich gewinnen konnte (Abb. 4).

Aber nicht nur Organisationstalent und hervorragende technische Fähigkeiten, sondern auch besondere kaufmännische Klugheit verhelfen Werndl den einmal eingeschlagenen Weg nach aufwärts unbehindert fortsetzen zu können.

Die Angebote Werndls geben Zeugnis davon: Die große Geste, des wie schon früher erwähnt zur Verfügung gestellten freien Ausführungsrechts für sein Gewehr­system hat Werndl wohl vollführt, um die Annahme seines Gewehrsvtems durchzusetzen, aber auch nur darum vollführt, weil er sich der Ungefährlichkeit derselben bei der praktischen Konkurrenzlosigkeit seines Unternehmens bewußt ist. Eine Währungsverfallsklausel nimmt er offensichtlich nur darum auf, um mit ihr

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Abb. 4. Kai

ikatur Werndls aus riki" (1879).

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