Aufsatz 
Josef Werndl, der Mann und sein Werk / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen

Josef Werndl, der Wann und sein Werk.

53

zu dem allgemeinen Übergang auf die Hinterladung gab, macht eine kurze Be­schreibung desselben nötig:

Der Lauf hatte ursprünglich ein Kaliber von 15,43 mm und vier Züge. An das hintere Ende des Laufes ist das Verschlußgehäuse angeschraubt. Der Verschluß selbst wird von drei übereinanderliegenden Hohlzylindern, und zwar der Kammer (die den eigentlichen Verschlußkolben bildet), der Hülse und dem Schlößchen gebildet. Durch Drehen des Kammer­knopfes von rechts nach links wird eine Sperre freigegeben, so daß der Verschluß zurückgezogen werden kann, wodurch das hintere Laufende geöffnet wird.

Nach Einlegen der Patrone und nach Einführen derselben in ihr Lager ist die Kammer nach vorne zu bewegen und der Verschluß durch Drehen des Kammerknopfes von links nach rechts zu schließen. Durch Verschieben des Schlößchens wird die Schlagfeder zusammengedrückt, die nach Abziehen des Züngels den Nadelbolzen mit der Zündnadel nach vorne schleudert, so daß diese die Zünd­pille durchsticht und dadurch die Zündung herbeiführt.

Es wurde nach dem Feldzug 1866 vorerst versucht, den von den Heeresver­waltungen aller Staaten schließlich als unumgänglich befundenen Übergang der Vorderladung zur Hinterladung durch Umwandlung der vorhandenen Vorder­ladegewehre in Hinterladegewehre zu bewerkstelligen. Dies geschah durch Einbau von entweder in der Laufrich­tung oder rechtwinklig zu ihr, am rück­wärtigen Laufende beweglich angeord­neten Klappen- oder Blockverschlüssen unter Beibehaltung der vorhandenen Perkussionszündung.

Der österreichische Lorenz- Vor­derlader erfuhr noch vor Ende 1866 seine erste Umgestaltung in das Hinterlade­gewehr, System Wänzl. Der dabei verwendete Verschluß ist ein nach aufwärts um zwei Scharnierbänder drehbarer Klappenverschluß, der durch Anordnung eines herzförmigen Ansatzes an einem der beiden Scharnierbänder und einer Feder im Verschlußgehäuse in der geöffneten oder in der geschlossenen Lage festgehalten wird. Der Zündstift greift durch das Verschlußstück. Als Abfeuer­vorrichtung dient ein gewöhnliches Hahnschloß. Die Nuß des Schlosses steht mit einem Sperrstift in Verbindung, welcher beim Abfeuern mit der Vorwärtsbewegung des Hammers in eine an der Rückseite des Verschlußstücks angeordnete Bohrung eingreift und dadurch die Verriegelung des Verschlusses herbei-

Abb. 7. Remingtongewehr.

Abb. 6. Preußisches Zündnadelgewehr.