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Viktor Schot zeniiofer
führt. Zur Verwendung gelangte ein zwischenzeitig eingeführtes Metallgeschoß mit Randzündung.
Gleichfalls noch vor Ende 1866 folgte in Österreich das Intermezzo der versuchsweisen Verwendung des Remingtongewehrs (Abb. 7), dessen einfache Bauart und Handhabung den raschen Entschluß zur Annahmeempfehlung herbeiführte. Der Remington- Gewehrverschluß besteht aus dem über den Lauf geschraubten Verschlußgehäuse und aus der Verschlußklappe. Bei geschlossenem Verschluß bildet die Klappe mit ihrer vorderen ebenen Fläche den Boden des Laufes und stützt sich mit der rückwärtigen kreisförmigen Fläche auf den Hammerkörper. In einer Aushöhlung der Klappe ist der Zündstift derart angeordnet, daß er nur eine ganz geringe Vor- und Rückwärtsbewegung machen kann. Die Betätigung, des Gewehrs erfolgt durch
Spannen des Hammers in die zweite Rast, Zurückdrehen der Klappe, Einführen der Patrone und Wieder schließen der Klappe. Durch das Abziehen des Züngels wird dann das Aufschlagen des Hammers auf die rückwärtige Klappenfläche und damit das schlagartige Eindrücken des Ziind- stifts in die Wulst der Randzündungspatrone, somit deren Explosion bewirkt. Ein Sperrstift sichert den Verschluß in der geschlossenen Lage. Beim Wiederöffnen des Verschlusses wird durch den mittels eines Mitnehmers nach rückwärts gezogenen Patronenzieher die ausgeschossene Hülse aus dem Patronenlager herausgeschleudert. Die einfache, unbedingt einnehmende Bauart dieses Verschlusses geht schon aus der Tatsache hervor, daß er aus nur 26 Einzelteilen gegenüber 39 Einzelteilen des Wänzlverschlusses besteht.
Bei dem 1867 zur Einführung gekommenen Werndlgewehr (Abb. 8), finden wir erstmalig eine Verminderung des Kalibers auf 11 mm. Die Zahl der rechteckigen Züge beträgt 6. Der Verschluß ist ein Wellenverschluß mit zylinderförmigem, eine muldenartige Ausnehmung besitzenden massivem Verschlußstück, dessen Achse unterhalb des Laufes im Verschlußgehäuse gelagert und mit einer klappenförmigen Handhabe bewegbar ist. Bei Bewegung des Verschlußstücks nach rechts tritt der Ladeausschnitt vor die Lauföffnung, hierbei macht das Verschlußstück eine geringe Bewegung in der Richtung seiner Achse nach rückwärts. Beim Bewegen des geöffneten Verschlusses nach links, also beim Schließen desselben, macht er eine Vorwärtsbewegung, wodurch das Verschlußstück an das Laufende gepreßt und die Einführung der Patrone eingeleitet wird. Diese Vor- und Rückwärtsbewegung wird durch eine schraubenartige Ausbildung der rückwärtigen Wand des Verschlußstücks und der vorderen Wand der Stoßplatte erreicht. Dadurch, daß die Verschlußachse am hinteren Ende einen Dreikant angeordnet hat, der sich gegen eine Verschlußstückfeder legt, wird der Verschluß jeweils in seinen beiden Aktionslagen festgehalten. Der Zündstift geht schräg durch das Verschlußstück und steht bei geschlossenem Verschluß vor einer
Abb. 8. Werndlgewehr.