Julius Lott, der Erbauer der Arlbergbalm.
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Drei Monate später, am 24. März 1883, einen Tag vor seinem 47. Geburtstag, erlöste ihn der Tod von seinem schweren Leiden. Einer seiner Mitarbeiter schreibt über den Eindruck, den die Todesnachricht auf alle am Bau der Arlbergbahn Beteiligten machte: „Viele bittere Stunden waren zu überwinden (gemeint ist, während des Baues), aber keine war so ernst, als diese, wo einer ergebenen Schar ihr allgemein geachteter und hochgeschätzter Führer genommen wurde.“ Am 26. März 1883 — es war Ostermontag — wurde Julius Lott am evangelischen Friedhof in Matzleinsdorf bei Wien beigesetzt; eine große Trauergemeinde folgte seinem Sarg, um Abschied von dem beliebten und geehrten Vorgesetzten und Kollegen zu nehmen.
Bald nach seinem Tod beschlossen seine Freunde, diesen erfolgreichen Ingenieur durch die Aufstellung eines Denkmals zu ehren. Ohne jede amtliche Unterstützung, nur durch Sammlung in Freundeskreisen, bei den Mitarbeitern, Beamten und Arbeitern des Bahnbaues, konnte eine beträchtliche Summe zustandegebracht werden, die hinreichte, um ein würdiges Denkmal aufzustellen. Am Tage nach der Eröffnung der Arlbergbahn, am 22. September 1884, wurde das LöTT-Denkmal am Osteingang des großen Arlbergtunnels bei St. Anton feierlich enthüllt. Es ist eines der ersten Denkmäler, das einem deutschen Eisenbahnbauer errichtet wurde.
Quellen und Schrifttum.
Akten des Archivs für Verkehrswesen des ehemaligen österreichischen Bundesministeriums für Handel und Verkehr.
Briefe Julius Lotts (aus dem Familienbesitz).
Tu. Vogt, Franz Karl Lott. Wien 1874.
F. Liiiarzik, Julius Lott j\ Österr. Eisenbahn-Ztg. Jg. 6, S. 145/147, Wien 1883. Julius Lott j\ Centralblatt f. Eisenbahnen d. Österr-ung. Monarchie. Jg. 22, S. 569/571, Wien 1883.
Oberbaurath Lott f. Beamten-Ztg. Jg. 14, S. 150/151, Wien 1883.
Baudirektor Julius Lott f. Ztg. d. Vereines Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen. Jg. 23, S. 416/417, Wien 1883.
F. Kargl, Julius Lott, der Erbauer der Arlbergbahn. Verkehrswissenscli. Rundschau. Jg. 2, H. 9, S. 17/18, Wien 1934.
E. Pontzen, Über die Verbindung zweier, durch einen Gebirgszug getrennten Eisenbahnen. Ztselir. Österr. Ing.- u. Areh.-Ver. Jg. 22, S. 67/181, 187/195, Wien 1870.
Über die Verbindung zweier durch einen Gebirgstüeken getrennten Eisenbahnen. (Comite- berielit des Österr. Ing.- u. Arch.-Ver. zur Denkschrift Pontzen.) Ztschr. d. Österr. Ing.- u. Arch.-Ver. Jg. 22, S. 148/164, Wien 1870.
Die Arlbergbahn. Eine Denkschrift. Wien 1872.
Technischer Bericht über das Projekt der Arlbergbahn (Bludenz—Landeck) samt Beilagen und zugehörigen Aktenstücken. Wien 1872.
W. v. Nord ling, Die Alternativ-Tracen der Arlbergbahn. Wien 1879.
Denkschrift der k. k. Direktion für Staatseisenbahnbauten über den Fortschritt der Projektierungs- und Bauarbeiten der Arlbergbahn im Jahre 1881, Wien 1882.
G. Plate, Über die Ausführung des Arlbergtunnels. Wien 1884.
F. v. Rziiia, Der Bau des Arlbergtunnels. Wien 1885.
K. Feiler, 50 Jahre Arlbergbahn. Ztg. d. Ver. Mitteleurop. Eisenbahnverwaltungen. Jg. 74, S. 668/670, AATen 1934.
F. Kargl, Die Erbauung der Arlbergbahn. Ztschr. d. österr. Ing.- u. Areh.-Ver. Jg. 86, S. 212/213, Wien 1934.
Verschiedene Artikel in: Roll, Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, und in: Geschichte der Eisenbahnen der Österr.-ung. Monarchie. AVien 1898.