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Josef Altmann
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Abb. 4. Benzin-Elektro-Chassis, Lohner-Porsche.
griffes einer besonders konstruierten Pumpe, die das Wasser und den zu dessen Verdampfung erforderlichen Brennstoff in den jeweils erforderlichen Mengen zum Kessel und zu seinem Brenner lieferte, so daß die Leistung des Motors der gewünschten Geschwindigkeit des Wagens und den wechselnden Terrainverhältnissen rasch angepaßt werden konnte.
Mit diesem Wagen wurde die erste große Versuchsfahrt von Wien nach Paris im Jahre 1904 in drei Tagen unternommen. Die Lizenz für die Erzeugung und den Vertrieb des Wagens erwarb die Firma Weyher & Richmond, Paris, deren Prospekt auch das Schema (Abb. 3) des Wagens entnommen ist. Wagen dieser Bauart liefen bis zum Jahre 1910. Eines der ersten Fahrzeuge dieser Bauart ist im Technischen Museum ausgestellt.
4. Als Übergangsstadium in der Entwicklung setzten Bestrebungen ein, die Vorteile des mittlerweile betriebssicher gewordenen Benzinmotors mit den Vorteilen
. des elastischen Elektromo
tors zu verbinden und dadurch das Wechselgetriebe entbehrlich zu machen: So wurde schon 1901 der erste Benzin-Elektro-Wagen (Mixte-Wagen) System,,Lohner-Porsche“ fertiggestellt, während die Versuche hierfür mehrere Jahre zurück- reichen.
Dieser Wagen (Abb. 4), der den Antrieb vom Benzinmotor über eine Dynamo auf zwei Radnabenmotoren der Vorderräder übertrug, erhielt schon 1902 in Österreich den Poetting-Preis und einer dieser Wagen stand 1905 bei den deutschen Heeresmanövern in Verwendung (Abb. 5). Das erste Stück dieser Bauart ist ebenfalls im Technischen Museum ausgestellt. Besonders bemerkenswert ist, daß diese Konstruktion Dr. Porsches von einem Handhebel aus die gleichzeitige (elektrische) Bremsung der Vorderräder und die (mechanische) Bremsung der Hinterräder, also bereits eine Vierradbremse, vorsah, und daß mit Hilfe einer Akkumulatorenbatterie
Abb.
5. Benzin-Elektro-Wagen Lohner-Porsche bt deutschen Manövern 1905.
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