Aus der Alinenreilie österreichischer Kraftwagen.
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für die Zündung und die Wagenbeleuchtung auch bereits das Anlassen des Benzinmotors bewirkt wurde.
Diese Idee des benzinelektrischen Antriebes, die für den leichten Wagen nur eine Übergangsentwicklung darstellte, kam später in anderer Form bei den von der Öst. Daimler-Motoren-Gesellschaft (Dr. Porsche) für den Transport schwerer Lasten (Geschütze) gebauten C-Zügen wieder zur Geltung.
Diese C-Züge, die insbesondere auch für den Transport der 42-cm-Mörser bestimmt waren, bestanden aus einem Generatorwagen mit 100 PS Benzinmotor, der mit einer 70 Kilowatt Gleichstromdynamo gekuppelt war, und aus einem Fahrgestell mit vier Achsen. Je zwei dieser Achsen, deren jede durch einen Doppel- elektromotor angetrieben ist, sind in einem Untergestell vereinigt, können sich aber gegeneinander windschief verstellen und dadurch den Bodenunebenheiten anpassen.
Abb. 6. C-Zug mit einem schweren Transformator für das Ruetz-Werk in Tirol
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Auf dem Fahrgestell von zirka 15 Tonnen Eigengewicht konnten Einheiten bis zum Gewicht von 27 Tonnen transportiert werden. Die Abb. 6 zeigt einen in der Nachkriegszeit mit einem solchen C-Zug durchgeführten Transport eines besonders schweren Transformators in das Ruetz-Werk in Tirol.
5. Die Anfangsstadien in der Entwicklung des Kraftwagens waren um 1905 bereits abgeschlossen, da zu diesem Zeitpunkt der Benzinmotor hinsichtlich Betriebssicherheit und Elastizität bereits so vervollkommnet war, daß nunmehr die weitere Entwicklung sich ganz der Ausgestaltung der Kraftwagen mit Verbrennungsmotoren zuwandte.
Diese Entwicklung ging anfangs auch nach verschiedenen Richtungen, und zwar: Bezüglich der Anordnung des Motors (Front-Motor, Heck-Motor), bezüglich der Kraftübertragung (Kette, Kardan, Ritzel), bezüglich der Getriebe (Zahnradgetriebe, Reibradgetriebe) und bezüglich der angetriebenen Räder (Hinterradantrieb, Vorderradantrieb).
Von den vielen späterhin verlassenen Konstruktionsvarianten ist bemerkenswert, daß einer der ersten Wagen mit Vorderradantrieb (Lenkradantrieb) von der Firma Gräf & Stift in Wien schon 1898 bis 1899 gebaut wurde. Der Wagen (Abb. 7