80 F. Fattinger : Geschichte einer der ältesten Industriestätten: Treibach in Kärnten.
Die Treibacher Industrie besitzt weiters einen Hoffnungsbergbau im Gailtal, und zwar auf Blei und Zink, im größten Ausmaß der Schürf rechte. Die natürliche Fortsetzung des Bleiberger Erzberges gibt dort günstige Aussichten für die Zukunft.
Außerdem wird von der Firma zur Verwertung eines der größten Tonlager Kärntens, in Farchenhof bei Klagenfurt, derzeit eine Ziegelei, welche zur Tonwaren- fabrik ausgebaut werden soll, betrieben. Ferner stehen der Firma größere Wasserkräfte zur Verfügung, wovon sie derzeit 7000 PS in Form elektrischer Energie bei
Abb. 2. Treibach im Jahre 1800.
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günstigen Zeiten ausnutzt. Der Ausbau der Wasserkräfte bis auf 30.000 PS, insbesondere als Spitzendeckung für die gesamte Kärntner Energiewirtschaft, ist geplant und die zu diesem Zweck geschaffene Mühldorf er Wasserkraftwerke A. G. ist im vollen Besitz der Treibacher Chemische Werke A. G. — Diese hat außer den Fabrikanlagen in Treibach auch eine Elektrohütte in Seebach bei Villach, eine Fabrik am Niagarafall, welche Cermetall herstellt, Elektrizitätswerke in Treibach, im Gail-, Möll- und Liesertal, Niederlagen in Wien und New York, sowie Vertretungen in den meisten Staaten.
Über 20 Akademiker arbeiten an Forschungsarbeiten und an der Betriebsführung, mehr als 60 Beamte an der Verwaltung und Fabrikation und ungefähr 300 Arbeiter sind in den übrigen Anlagen beschäftigt.
Der Anschluß an das deutsche \ aterland hat die Entwicklungsmöglichkeiten der Treibacher Chemischen Werke außergewöhnlich erhöht, und freudig und dankbar arbeiten daher Betriebsführer und Gefolgschaft im Sinne Auers von Welsbach, immer forschend und Neues schaffend, hoffentlich erfolgreich, bestrebt, zur Ehre und zum Wohlstand Großdeutschlands beizutragen.