Aufsatz 
Das Werden des Kärntner Bleiweißverfahrens / von Franz Sedlacek
Entstehung
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Das Werden des Kärntner Bleiweiß Verfahrens.

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der Metalle, d.h. zu ihrer Verwandlung in Silber. Die arabischen Alchemisten be­schreiben im wesentlichen das gleiche Verfahren wie die römischen Autoren, durch welches das Bleiweiß mittels Essigaus dem Blei herausgezogen werde. 1 In ihren Schriften befindet sich auch bereits die Angabe, daß die Töpfe in Dünger gesetzt werden. 2 Damit war nicht nur für gleichmäßige Erwärmung, sondern auch für eine Kohlensäurequelle gesorgt, die die Bleiweißbildung beschleunigen mußte.

Diese Verwendung des Mistbades ist wohl die letzte Verbesserung der Bleiweiß­bereitung auf viele Jahrhunderte hinaus gebheben. Weder die mittelalterlichen Sammelwerke, wie das des sogenannten Heraklius, des Mönches Theophilus und des französischen Kardinals Vital du Four, die mehr oder weniger genau die Zu­bereitung der Farbe beschreiben, noch die späteren Rezeptbücher und sonstigen tech­nischen Werke bis zur großen französischen Enzyklopädie lassen irgendeine nennens­werte V er besserung des Verf ahrens erkennen.

Etwa um 1700 begann man in Holland,

Bleiweiß, das bis dahin nur im kleinen er­zeugt worden war, nach dem gleichen Ver­fahren fabrikmäßig herzustellen. Es ent­standen Fabriken in Amsterdam, Rotter­dam, später auch an anderen Orten Hollands, dann auch in Sheffield in England. Die anderen Länder wurden hauptsächlich von Holland aus mit der unentbehrlichen weißen Farbe beliefert. In Frankreich war in Grenoble eine Fabrik entstanden, die jedoch wenig Erfolg hatte, und noch in den Sech­zigerjahren des 18. Jahrhunderts beklagte man in diesem Lande, daß das wichtige Bleiweiß eingeführt werden müsse. 3

Man hatte zwar dasholländische Verfahren, wie es nun hieß, mit mancherlei Geheimnissen umgeben, es bestand jedoch in der alten Methode, Bleiblech in irdenen Töpfen Essigdämpfen auszusetzen und unterschied sich lediglich durch die Aus­führung im Großbetrieb von der althergebrachten Art, Blei weiß zu bereiten.

Nach einem zeitgenössischen Bericht arbeiteten die holländischen Fabriken etwa f olgenderma ßen . 4

In flachen Blechformen, die genau waagrecht aufgestellt waren, goß man recht­eckige Bleibleche von etwa 12 X 65 cm Größe und nicht viel mehr als 1 mm Dicke. Diese Bleche wurden spiralig eingerollt, in irdene, innen glasierte Töpfe gesetzt,

1 v. Lippmaxn, Entstehung und Ausbreitung der Alchemie, S. 34, 100, 345, 386, 414, Berlin 1919.

2 Ebenda 389.

3 Gabriel Jars, Metallurgische Reisen.... vom Jahre 1757 bis 1769. Aus dem Französischen übersetzt von Dr. Carl Abraham Gerhard, 4. Bd., S. 967983, Berlin 1785.

4 Ebenda.

Abb. 1.Mistlooge" zur Bleiweißbereitung nach dem Holländer-Verfahren.

Aus :Muspratts Chemie, i . Bd ., S . i6g2 .

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