Aufsatz 
Versuch zur Einführung einer Gasbeleuchtung bei den Salzwerken des Kammergutes / von Carl Schraml
Entstehung
Seite
92
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Versuch zur Einführung der Gasbeleuchtung bei den Salzwerken des Kammergutes.

Von

Hofrat Ing. Carl Schraml, Linz.

Mit 3 Abbildungen.

Noch im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts waren die Beleuchtungsansprüche der Salzämter sehr bescheiden. Bei den Sudpfannen brannte nachtsüber das offene Lichtfeuer, in den Schreibstuben und Gängen gaben die Unschlittkerzen ein kärg­liches Licht. Erst in den darauf folgenden Jahren traten Rüböllampen an Stelle der Kerzen, während den Pfannenraum immer noch das Lichtfeuer erhellte. Das war aber sehr teuer, die Holzschwendung zudem schwer ertragbar. Als daher im Jahre 1817 die vom Direktor des polytechnischen Instituts in Wien, Johann Josef Prechtl verfaßteAnleitung zur zweckmäßigen Einrichtung der Apparate zur Beleuchtung mit Steinkohlengas im Druck erschien, glaubte das Salzoberamt in Gmunden darin einen willkommenen Ersatz für das Lichtfeuer gefunden zu haben und setzte ihr Vorhaben, zuerst einen Versuch zur Gaserzeugung abzuführen, so­gleich ins Werk. Am 19. März 1818 berichtete der Salzoberamtmann Lenoble an die Hofkammer: ,,L T m bei allen Gelegenheiten pflichtmäßig auf Geldwirtschaft und Holzersparnis für zu denken, ist schon mittelst des im Vorjahre aufgenommenen Salzkammergut Visitationsprotokolls auf die Abführung einer Gaserzeugungs- und Beleuchtungsprobe einsweilen im Pfannhaus zu Hallstatt und die Realisierung dieses Versuches unter Anweisung des gefertigten Hofrates und Oberamt­mannes dem sehr gescheiten und diensteifrigen Praktikanten Andreas Egger mit dem Beisatze die Abhandlung des Wiener polytechnischen Instituts­direktors, Herrn Prechtl, zur Richtschnur und Anhaltspunkt zu nehmen committiert worden.

Die Egger gestellte Aufgabe war nicht leicht; selber hatte er noch kein Gaswerk gesehen und über den Bau einer solchen Anlage auch keine Erfahrung. Prechtls Anleitung galt überdies nur für Steinkohle, die ihm nicht zur Verfügung stand. Zudem sollte die Probe wenig kosten und tunlichst viel von dem vorhandenen Material verwendet werden. Die in Eggers eigenhändig verfertigter Skizze veran­schaulichte und im folgenden beschriebene Einrichtung ist daher dementsprechend zu beurteilen und zu werten.

Der für die Beschickung mit Fichtenscheitern gebaute Ofen a mit dem Feuer­gewölbe b besaß einen einfachen Planrost, die Heizgase umströmten die Holzretorte c