Die Entwicklung der Wildbachverbauung in Österreich. 115
in Tirol und Kärnten) verbaut worden war, 26 erreichte die Gesamtbausumme zu Ende des Jahres 1906, also acht Jahr später, schon mehr als 36,7 Mill. Kronen. 24 Auch weiterhin nahm die Bautätigkeit rasch zu, besonders da sich auch in den Sudetenländern und in Galizien die Notwendigkeit herausstellte, die Erfolge der dort eingeleiteten großzügigen Flußregulierungen durch eine Verbauung der Geschiebezubringer dauernd zu sichern 29 und dort sowie auch in den Karstländern und in Dalmatien den Kulturboden zu schützen und nach Möglichkeit zu vermehren.
Bis zum Jahre 1912 stieg der jährliche Bauaufwand ununterbrochen an und erreichte in diesem Jahre mit 7,779.600 Kronen sein Maximum. 30
Diese stark ansteigende Bautätigkeit beleuchtet wohl am besten das wachsende Vertrauen, das die Bevölkerung der Wild- bachverbauung schon bald entgegenbrachte.
Die Zunahme der Bautätigkeit machte aber auch eine weitere Ausgestaltung der Dienstorganisation nötig. Schon im Jahre 1902 wurden die bis dahin in einem Departement des Ackerbauministeriums vereinigten Agenden des forstpolitischen und Wildbach ver- bauungs-Dienstes getrennt und für letzteren ein eigenes Departement geschaffen, zu dessen Leitung Forstrat, später Ministerialrat, Ferdinand Wang berufen wurde.*
Wang, der 1887 nach dem frühen Tod Professor Seckendorffs die Vorlesungen über Wildbachverbauung an der Hochschule für Bodenkultur übernommen hatte,
* Ing. Ferdinand Wang, geh. am 23. Dezember 1855 in Boiechowitz in Böhmen, diente in mehreren Ländern Österreichs bei der Staatsforstverwaltung, der politischen Verwaltung und Wildbachverbauung und dann nahezu drei Jahrzehnte im Ackerbauministerium, wo er 1902 zum Vorstande des Departements für Wildbachverhauung aufrückte. Für seine Verdienste wurden ihm mehrere in- und ausländische Ordensauszeichnungen und 1912 der Titel eines ordentlichen Hochschulprofessors verliehen. Anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand 1916 wurde er mit dem Ehrenworte ,,Edler von“ in den Adelsstand erhoben. Dieser Ehre konnte er sich aber nur kurzer Zeit erfreuen, da er schon am 26. April 1917 einem schweren Leiden erlag.
Abb. 5. Schesafobel bei Bludenz, Vorarlberg; Sperren reihe zur Sohlenhebung.
Aufn. Jos. Hegenbart, Bludenz.
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