Aufsatz 
Die Entwicklung der Wildbachverbauung in Österreich / von G. Strele
Entstehung
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G. Strele

war schon als Forstinspektionsadjunkt ins Ackerbauministerium einberufen worden. Sein Name ist mit der Entwicklung des österreichischen Wildbachverbauungs­dienstes aufs engste verknüpft; er hat die Organisation unter Beibehaltung der seit Jahrzehnten bewährten Grundzüge dem mittlerweile gewachsenen Umfang der Aufgaben entsprechend weiter ausgebaut und auf die Bautätigkeit maßgebenden Einfluß genommen. Die Verbesserung der gesetzlichen Grundlagen für die finanzielle Unterstützung der Verbauungsunternehmungen aus öffentlichen Mitteln (Gesetz vom 4. Januar 1909) und die Erleichterung der künftigen Bauerhaltung sind auf seine Anregungen zurückzuführen. Der von ihm verfaßte zweibändigeGrundriß der Wildbachverbauung steht in der Fachliteratur heute noch mustergültig da, und zahlreiche andere einschlägige Veröffentlichungen sind die Frucht seiner außer­ordentlichen Arbeitskraft. Seine Mitwirkung bei zahlreichen Kongressen und Aus­stellungen haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, die österreichische Wildbach­verbauung bekanntzumachen und ihr Ansehen im In- und Ausland zu heben. 30 Auch die Zahl der dem Ackerbauministerium unterstehenden Dienststellen für Wild­bachverbauung wurde auf Grund seiner Anregung nach Bedarf vermehrt. Es bestanden bei Kriegsausbruch: eine Sektion in Sambor für Galizien und Bukowina mit einer Expositur in Lemberg für die aus dem galizischen Flußkredit zu be­streitenden Verbauungen und einer Expositur in Czernowitz; eine Sektion in Königl. Weinberge für Böhmen, Mähren und Schlesien mit je einer Expositur in Troppau und Brünn; eine Sektion in Linz für Oberösterreich und Salzburg; eine Expositur in Wiener-Neustadt für Niederösterreich; eine Sektion in Graz für Steiermark; eine in Villach für Kärnten, Krain und Küstenland mit je einer ständigen Bauleitung in Laibach und Triest; eine Sektion in Innsbruck für Tirol und Vorarlberg mit einer Expositur in Trient und eine Sektion in Zara für Dalmatien.

Die forsttechnische Abteilung für Wildbachverbauungen hatte im Jahre 1914 einen systemisierten Personalstand von 118 Forstingenieuren, außer denen weiter noch 32, teils vorübergehend zugeteilte, teils vertragsmäßig angestellte Forst­ingenieure in Verwendung standen. 30

Der Ausbruch des Weltkrieges im Juli 1914 brachte eine plötzliche Einstellung der meisten Arbeiten mit sich, Arbeiter, Aufseher und Ingenieure mußten zur Kriegsdienstleistung einrücken, von letzteren allmählich bis 70% der Gesamtzahl. So mancher von ihnen ist auf dem Felde der Ehre geblieben.

Während des Krieges kamen in der Hauptsache nur Abschlußarbeiten zur Siche­rung des Bestehenden, Erhaltungsarbeiten und Schutzbauten zur Sicherung besonders wichtiger landeskultureller Werte oder von öffentlichen Verkehrswegen zur Aus­führung. 30

Von 1883 bis Ende 1914 erstreckten sich die Arbeiten auf 1509 Arbeitsfelder mit einer Gesamtfläche von 3,5 Mill. Hektar; der Gesamtaufwand für die Arbeiten betrug bis dahin 83,122.737 Kronen. Davon entfielen auf das Gebiet der späteren Republik Österreich rund 36,872.000, auf das Gebiet der Nachfolgestaaten 46,251.000 Kronen. In den Jahren 1915 bis 1919 wurden ferner im erstgenannten Gebiete noch rund 5,411.000 Papierkronen im Werte von 1,933.000 Goldkronen für Wildbach­verbauungen aufgewendet, so daß sich ein Gesamtbetrag von rund 85 Mill. Gold-