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Viktor Thiel
Bereicherung Wiens durch die Donauschiffahrt zu berichten und hebt die günstige Wasserfracht in Österreich hervor. Im Jahre 1696 richteten die Regensburger neben den gelegentlichen Fahrten nach Wien regelmäßige ein, und vom 4. März dieses Jahres an ging allwöchentlich das Regensburger „Ordinari“-Schiff mit Ladung und Reisenden nach Wien ab. 1712 folgten die Ulmer diesem Beispiel und bald auch andere Städte an der oberen Donau. Immer größer wurde die Anzahl der Schiffe, die in Nußdorf und beim Rotenturm im Kanal landeten. Nach dem Ausweis der Wasserinautregister war damals der Verkehr im Donaukanal sehr lebhaft. Mit reichhaltiger Ladung langten Schiffe aus Bayern und Österreich ein, während Schiffe aus Ungarn mit Getreide, Vieh und anderen Lebensmitteln herauf kamen.
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Abb. 3. Der Lauf der beiden, bei Nußdorf abzweigenden Donauarme (Miffe des 18. Jhdts.).
Jahrb.f. Landeskunde von Niederösterreich. Jahrg. 1903, Abb. S. 123.
Die Steigerung des Handelsverkehrs auf der Donau mußte den Antrieb verstärken, die Schiffahrt tunlichst hindernisfrei zu gestalten. Es ist bezeichnend für den Geistesflug der auf große Ziele gerichteten Zeit, daß damals zum ersten Male der kühne Gedanke auftauchte, das Strombett bei Nußdorf zu einem einzigen Rinnsal auszubilden und hierdurch den Zufluß in den Donaukanal zu steigern. 1712 empfahl dies ein Freiherr von Coronini; seine Anschauung fand bei den 1717 stattgefundenen Beratungen über die Donauregulierung bei Wien allgemeine Zustimmung; es setzte eine rege Bautätigkeit ein, die jedoch ein Jahrzehnt später wieder ins Stocken geriet, als schwere kriegerische Verwicklungen die Finanzkräfte des Staates vollauf in Anspruch nahmen.
Ein neuer Anlauf zur Lösung der Wasserstraßenpläne wurde ein halbes Jahrhundert später unternommen. Die rege Tätigkeit, die in Frankreich, Holland und Preußen auf den Bau von Wasserstraßen verwendet wurde, spornte die Kaiserin Maria Theresia an, Österreich nicht zurückstehen zu lassen. So war sie geneigt, ein von Albert Freiherrn von Sterndahl 1762 vorgelegtes Projekt einer Verbindung der Donau mit der Moldau verwirklichen zu lassen; wieder war es die Geldfrage, die solche Projekte scheitern ließ. Besondere Sorgfalt wurde der Beseitigung der Schifffahrtshindernisse auf der österreichischen Donau zugewendet; so wurde 1777 mit