Aufsatz 
Bergmännische Zeichen / von Franz Kirnbauer
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen

Die Entwicklung von Bergbauzeichen auf Landkarten.

133

S

l

Fodince fe,rri

Fodince Julphurir Fobricce jerricujorice Fahr!ccs * vitriarice

Abb. 5. Die Zeichen für Bergbau auf der Liesganig* Knidermannschen Karfe von Steiermark (um 1780).

(Auf die Hälfte verkleinert.)

Der Einfluß der LAZiusschen Kartendarstellungsweise ^ Satince

blieb übrigens bis Peter Anich und Blasius Huber,

1774, aufrecht.

Erst Georg Matthäus Vischer (16281696), der berühmte oberösterreichische Kartograph, wendet, mehr als hundert Jahre später, wiederum ein Zeichen für Bergbau auf seiner 1669 erschienenen Karte von Oberösterreich an. Es geschieht dies bereits in Form eineskonventionellen Zeichens, indem Vischer in der Legende eine Signatur für Salzsudhütte in Form einer Holz wanne mit dem BeiworteSaltzpfann ver­wendet so z. B. bei Aussee, oder am Hallstätter Salzberg mehrere Stollenzeichen (Stollenmund­löcher) mit der BezeichnungSalisfodinae oder einBerghaus darstellt und ebenso benennt (Abb. 3 u. 4). Am Ischler Salzberg wendet G. M. Vischer keine Signatur für Bergbau an, sondern gibt nur den Namen wieder.

Entsprechend der damaligen Sitte, hat Vischer weiters seine Karte von Oberösterreich mit verschiedenen Darstellungen ge­schmückt. So ist am linken unteren Eck derselben ein Medaillon gezeichnet, worin ein Salzspruch zu lesen, sowie eine Sudhütte mit Salzpfanne im Vordergründe und ein Salzberg mit mehreren Stolleneinbauen im Hintergründe abgebildet ist, 1 auf diese Weise die hohe Bedeutung des Kammergutes zur Darstellung bringend. Auch durch diese schmückende Abbildung ist eine Beziehung zwischen Kartographie und Bergbau gegeben worden.

Die ViscHERsche Karte von Oberösterreich ist in Kupfer ge­stochen und an zahlreichen Instituten 2 vorhanden, 1923 übrigens erschien sie im Neudruck mit den noch vorhandenen, im Ober- österr. Landesarchiv zu Linz a. D. auf be wahrten Original- Kupfertafeln.

Während des 18. und 19. Jahrhunderts beherrschen fast durchwegs die sogenanntenAlchimistensymbole das österreichisch-deutsche Karten wesen als konventionelle Zeichen für Bergbau. In Abb. 5, 6 und 7 sind zwei Proben aus Landkartenlegenden aus der Zeit um 1780 und 1824 sowie zwei Kartenausschnitte wiedergegeben. Die eine Darstellung ist der LiESGANiG-KxiDERMAXXschen Karte von Steiermark (um 1780), die andere dem DiRWALDTschen Allgemeinen Landatlas (1824) entnommen. Bemerkenswert ist, daß neben diesen

?

P

cf

&

Kupfer

BUy

Eisen

Antimon

Scfywtfel

Silbe./

$

c

O - * Hamer J

Sa/zsie Herein Salz

Goldbergwirka Qoldwoscb 7.inn

Quecksilber

Salpeter Kalkofen Aerzb&rj

©

a°

o

%

r

Abb. 6. Die Zeichen für Bergbau im Dir- waldtschen Allgemei­nen Landaflas (1824).

(Auf die Hälfte verkleinert.)

ab. Die Sammlung Kirxbauer enthält eine größengetreue Kopie davon ob des trachtenkundlielien Wertes des mit Kurz­schwert und Keilhaue ausgerüsteten, Kapuze und Bergleder tra­genden Häuers aus dem Jahre 1561.

1 F. Kirxbauer, Bergmännische Salzsprüche aus Oberösterreich. Heimatgaue, Linz a. D., 16. Jhrg. (1935), S. 66; hierin eine genaue Beschreibung des Bildes und Spruches.

2 L T niversität Wien, Geograph. Seminar; O.Ö. Landesarchiv Linz a. D. u. a.