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Franz Kirnbauer
Alchimistensymbolen als Signatur für Bergbau bereits auch Schlägel und Eisen auf einer aus dem Jahre 1715 stammenden Karte des Oberharzer Bergbaus von Bernhard
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Abb. 7. Kartenskizzen aus dem Dirwaldtschen Atlas (1824). Siebenbürgen, Galizien.
Ripking, der ersten gedruckten Karte des Oberharzes übrigens, vorkommt. 1 Außer der ersten Darstellung von Schlägel und Eisen enthält aber die RiPKiNGsche
Karte noch ein neues bedeutsames konventionelles Zeichen für Bergbau, nämlich ein Dreieck mit einem kleinen Ansatz oben. Es ist dies eine vereinfachte Darstellung des zur damaligen Zeit auf allen Gruben befindlichen wichtigsten Betriebsgebäudes, nämlich des Treibehauses oder Pferdegöpels. Der Göpel war bekanntlich die von Pferdekraft bewegte Fördermaschine der alten Bergbaue, der Aufstellplatz eines Göpels somit gleichbedeutend mit dem Schacht des Bergwerkes. Es erscheint also um 1715 im Harz als Signatur für Bergbau ein Zeichen für den Göpel (Abb. 8). Zur näheren Kenntlichmachung einer jeden Bergbauörtlichkeit, um welches Erz oder Metall es sich handelt, ist dem Zeichen für den Göpel noch das betreffende Alchimistenzeichen beigegeben (Abb. 9). Die Blei-Silber- Bergwerke sind durch das Göpelzeichen und darunter befindliche Mond- und Saturnsymbol dargestellt, eine Kupfergrube z. B. durch das Zeichen für Göpel und Venus. — Auch für die Hüttenwerke hat die RiPKiNGsche Karte ein eigenes Zeichen in Form eines Häuschens mit niedrigem Schornstein und darüber das entsprechende Alchimistensymbol, um die Art der verhütteten Erze darzutun (Abb. 8).
Die „gekreuzten Hämmer“ oder „Schlägel und Eisen“, in richtiger Form, treten somit auf einer Harzer Bergbau- und Forstkarte im Jahre 1715 zum erstenmal auf.
1 W. Nehm, Die Oberharzer Markscheider um das Jahr 1700 und ihre Stellung im Betrieb, Clausthal 1935, Tafel 2.
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Blei-Silber-Bergwerk
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Kupfer grübe
Abb. 9. Die Ripking- schen Zeichen für Bergbau (um 1715).
(Auf die Hälfte verkleinert.)
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Abb. 8. Ausschnitt aus der Ripking- schen Bergbau- und Forstkarte des Harzes ,,Silvä hercyniä Tabula" (um 1715). Gegend Clausthal—Zellerfeld.