Bergmännische Wasserzeichen in altem Steyrer Schreibpapier.
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Für Österreich konnte ich die gekreuzten Hämmer als Signatur für Bergbau
zum erstenmal im „Leitfaden zum Gebrauch der Situationszeichenschule“ von Scheda, Wien 1854, nach weisen, wo neben dem Zeichen der gekreuzten Hämmer noch die alten alchimistischen Zeichen zur Kenntlichmachung des durch den Bergbau geförderten Gutes angewendet werden. Die gegenwärtige Form des Zeichens für Bergbau ist bekannt (Abb. 10).
Die allgemeine Anwendung des jetzt noch geltenden Zeichens für Bergwerke erfolgte in Österreich erst bei der III. militärischen Landesaufnahme
ab 1869, wenngleich die Originalaufnahme der II. Aufnahme (Franziszeische Aufnahme 1807 bis 1869) ein ähnliches Zeichen, gekreuzte Spitzhacken, aufweist, das jedoch als Xachtragung er-
1:75000 1:200000
Abb 10. Die gegenwärtigen Zeichen für Bergbau.
Abb. 11. Das schweizerische Zeichen für Hochöfen und Bergwerke.
kannt wurde, da Anzeichen von Radierungen an der ursprünglichen Zeichnung wahrzunehmen sind. Beim steirischen Erzberg z. B., aufgenommen im Jahre 1828, ist die Xachtragung jedoch unbekannten Datums.
Der russische Zeichenschlüssel vom Jahre 1874, der französische von 1868, der bayrische von 1845, der holländische von 1856 und ein älterer portugiesischer ohne Datum enthalten keine Bergwerkssignaturen. 1 Der schwedische Zeichenschlüssel von 1837 hat für Bergwerke die alten Alchimistenzeichen, desgleichen der preußische von 1870. Der preußische vom Jahre 1885 hat noch immer die alten Zeichen beibehalten, dazu aber zwei neue, zwei gekreuzte Hämmer in aufrechter Stellung für Bergbaue in Betrieb, und zwei gekreuzte Hämmer in verkehrter Lage für aufgelassene oder verlassene Schächte, auf genommen. — Der schweizerische Zeichenschlüssel aus dem Jahre 1868 weist für Hochöfen und Bergwerke eine gemeinsame Signatur (Abb. 11) (hüttenmännisches Gezähe) auf.
Bergmännische Wasserzeichen in altem Steyrer Schreibpapier.
Steyr, die schöne Eisenstadt an der Enns, war bekanntlich Jahrhunderte hindurch der Sitz der alten Eisenverleger, also der Ort, von wo aus das berühmte steirische Eisen des Erzberges seinen Weg in aller Herren Länder nahm. Weniger bekannt ist dagegen, daß es in Steyr einst auch einen weiteren blühenden Erwerbszweig, nämlich drei Papiermühlen gab, deren Erzeugnisse weit über die Grenzen Österreichs verschickt wurden. Bis zum Jahre 1907 wurde in Steyr Büttenpapier erzeugt. Dann wurde der letzte Betrieb wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.
Aufschreibungen im Stiftsarchiv zu Kremsmünster kann entnommen werden, daß die erste Papiermühle zu Steyr um das Jahr 1550 errichtet wurde. Xoch heute steht in der Fabriksstraße Xr. 44 das alte Gebäude, worin der Papierer Balthasar
1 Diese Bücher sind im Ilauptvermessungsamt XIV (früher Militärgeographisehes Institut), Wien, vorhanden.