Aufsatz 
Vom k.k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Technischen Museum von heute / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen

Vom k. k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Tecbn. Museum von heute. 13

Daß die bei den bereits bestehenden großen technischen Museen, dem Conser­vatoire des Arts et Metier in Paris, dem Science Museum in London und dem Deutschen Museum in München, gemachten Erfahrungen für die Neugestaltung entsprechend verwertet wurden, bedarf fast keiner Erwähnung.

Den Grundstock für den Sammlungsbau gaben die früher genannten vier Wiener Museen: das Museum der Geschichte der österreichischen Arbeit, das Post- und Telegraphen-Museum, das Historische Museum der österreichischen Eisen­bahnen und das Gewerbehygiene-Museum, zu denen das Feuerwehrmuseum in Wien hinzu trat. Zuwendungen geeigneter Stücke erfolgten aus dem Besitz technischer

w

Bild 6. Feierliche Grundsteinlegung zum Bau des Technischen Museums für Industrie und Gewerbe in Wien, in Anwesenheit Kaiser Franz Josefs I. am 20. Juni 1909.

Dienstzweige der Landesverwaltungen sowie der Hochschulen, von denen besonders die Wiener Technische Hochschule mit 19130 Inventarstücken die zum Teil noch den kaiserlichen Sammlungen entstammten hervorgehoben werden soll. Zahllose Widmungen von Industrie und Gewerbe, teils historischer Natur, teils den augen­blicklichen Stand der Entwicklung aufzeigend, ermöglichten Darstellungen, die den Aufgaben eines Technischen Museums für Industrie und Gewerbe entsprachen.

Im Juli 1910 wurde der Oberbaurat des k. k. Gewerbeförderungsamtes Ing. Ludwig Erhard, der von 1913 bis zu seinem im April 1930 erfolgten Rücktritt den Direktorposten im Technischen Museum innehatte, zum technischen Beirat desselben bestellt. Ihm und dem Obmann des Organisationskomitees des Arbeits­ausschusses Wilhem Exner, aber auch der in schweren Zeiten treu der Sache dienenden Beamten- und Arbeiterschaft des Museums ist es besonders zu verdanken, daß dieses noch während des Krieges am 6. Mai 1918 eröffnet werden konnte und damit davor bewahrt blieb, den unmittelbar nach Beendigung des verlorenen Krieges notwendig gewordenen Sparmaßnahmen zum Opfer zu fallen.