Aufsatz 
Vom k.k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Technischen Museum von heute / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
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Vom k. k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Techn. Museum von beute. 15

führung kam. Der Staat übernahm es dabei, lediglich für den Personalaufwand und die Kosten der Gebäudeerhaltung aufzukommen, während er es der Museumsleitung überließ, im Wege von Subventionen für die Kostenbedeckung des übrigen Sach- aufwandes Sorge zu tragen. Zu diesem Zwecke wurde ein Betriebsfonds geschaffen. Das Museum wurde dem Bundesministerium für Handel und Verkehr unterstellt, das bis dahin ihm gegenüber als Aufsichtsbehörde fungiert hatte. Der Museums - verein wandelte sich in einen Verein zur Förderung des Technischen Museums um. Das Kuratorium als eigentlicher, verantwortlicher Verwaltungs­träger wurde beibehalten, wenn es auch seine Aufgaben immer mehr nur der

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Bild 8. Technisches Museum für Industrie und Gewerbe in Wien, Mariahilferstraße 212.

Form nach erfüllte und die tatsächliche Führung dem satzungsgemäß ihm und gleichzeitig dem zuständigen Ministerium unterstellten Direktor überließ, bzw. überlassen mußte, da es weder ein Büro unterhielt noch häufig genug zusammen­trat, um eine Verwaltung tatsächlich ausüb^n zu können. Das verwaltende Kuratorium hatte mit der Verstaatlichung seine Berechtigung verloren und wäre schon damals in einen Beirat nach dem Muster des sich ausgezeichnet be­währenden Staatseisenbahnrates des alten Österreich umzuwandeln gewesen.

Damit sollen die großen Verdienste dieser Körperschaft um die Entwicklung des Museums und die Erfüllung der ihm zugedachten Aufgaben, insbesondere durch Herbeiführung und Aufrechterhaltung seiner Verbundenheit mit Industrie und Ge­werbe nicht verkleinert werden.

Bis zum Jahre 1930, der Zeit des Ausscheidens Hofrats Ludwig Erhard von der Leitung des Technischen Museums und der Übernahme derselben durch Mini­sterialrat Viktor Schützenhofer, hat das Institut trotz der Ungunst der Zeit die