Aufsatz 
Vom k.k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Technischen Museum von heute / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
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Yom k. k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Techn. Museum von beute. 17

nischen Praxis dieKaiser Karl und Kaiserin Zita Gesellschaft zur Förderung der Ziele der Kaiserlichen Akademie der technischen Wissenschaften gegründet werden sollte. 1 Der Zusammenbruch der Monarchie im November 1918 verhinderte die Ver­wirklichung dieser Planung.

Im Mai 1943 feierte das Technische Museum den 25jährigen Bestand seiner jetzigen Gestaltung durch eine Festversammlung und eine Sonderschau, die einen Ausschnitt aus dem Fabriksproduktenkabinett zeigte und nun, als ständige Ab­teilung ausgebildet, die Erstgestaltung des Technischen Museums wenigstens bei­spielhaft dauernd festhalten soll.

Der im April 1945 erfolgte Zusammenbruch des Goßdeutschen Reiches hat Österreich seine Freiheit wiedergegeben. Das Technische Museum wurde von der mit Dr. Karl Renner als Staatskanzler gebildeten vorläufigen Regierung dem Staatsamt für öffentliche Bauten, Übergangswirtschaft und Wiederaufbau und mit der im Jänner 1946 erfolgten Einsetzung einer endgültigen Regierung dem neu ge­schaffenen Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau unterstellt. Damit war auch für das Technische Museum die Organisation vor 1938 wieder in Gültig­keit getreten.

Trotz schwerster Fliegerangriffe auf die allernächste Umgebungdes Museum­geländes in seiner unmittelbaren Umgebung wurden nicht weniger als 150 Bombeneinschläge gezählt hatte es nicht einen einzigen Treffer zu ver­zeichnen. Lediglich Luftdruckschäden an den Verglasungen und Dacheindeckungen, deren Behebung nur eine Material- und Arbeitskräftefrage bedeutet, sind entstanden, während sich unwiderbringliche Verluste am Sammlungsbestand weder durch die Fliegerangriffe noch durch die Kampfhandlungen anläßlich der Belagerung von Wien ergeben haben. So konnte das Museum nach Rückbringung und Wiederaufstellung der geborgenen Stücke bereits im Oktober 1945 für den allgemeinen Besuch frei­gegeben werden.

Diese kurze Schilderung des Werdens des Wiener Technischen Museums für Industrie und Gewerbe zeigt ein natürliches Wachstum durch über ein Jahrhundert, aus bescheidenen Anfängen durch allmähliche Ausgestaltung, seine innige Ver­bundenheit mit Lehre und Praxis, beiden dienend, aus beiden schöpfend und beide fördernd. Erfahrungen und Einrichtungen des Auslandes wohl beachtend und ge­legentlich auch benützend, ist das Wiener Technische Museum doch stets eine originale österreichische Schöpfung gewesen und geblieben.

1 K. k. Unterrichtsministerium ZI. 1155/1918.

Technikgeschichte, 9. Heft.

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