Aufsatz 
Vom k.k. Fabriksprodukten-Kabinett zum Wiener Technischen Museum von heute / von Viktor Schützenhofer
Entstehung
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Viktor Schützenhofer

Ganz kleine Sachen erhalten zur leichteren Behandlung Tassen von Porzellain oder Beinglaß.

Endlich jene Fabrikate, welche sich, wie Papier, hlattweiß übereinander legen können, am bequemsten in Port-Feulls eingeleget werden.

Es wird ein ordentlicher Katalog verfertiget, der folgende Notitz enthält.

Den Namen des Fabrikates,

den Namen des Besitzers der Fabrik und des Ortes, wo sich dieselbe befindet.

Den Namen des Künstlers oder Arbeiters, welcher den Gegenstand verfertigte.

Bemerkungen über das Material, aus welchem das Fabrikat oder Produkt erzeugt

worden ist.

Die Jahreszahl der Erzeugung, und

endlich noch andere Bemerkungen, welche zur Instrukzion gehören.

Den Stücken, die aufgestellet werden, wird nur ein kleiner Zettel beygeleget, mit der Numer, die sich auf den Katalog beziehet.

Die Kästen müssen zwey Abtheilungen haben, und nicht mehr als 6 Schuh hoch seyn. Der untere breitere Theil enthielte Schubladen zum Versperren, der obere schmälere Aufsatz aber sollte mit Glasthüren zum Verschieben und Verschlüssen ver­sehen seyn.

Diese Kästen, die Tische, Stellagen, so wie die ganze Einrichtung aus Holz könnte man aus einer inländischen Holz-Gattung Z:B: aus Kirschbaum, Nußbaum u. d. g. verfertigen.

Die Papschachteln und Port-Feulls würden mit feineren marmorirten Papier über­zogen, ihre Rücken und Ecken mit grünen Maroquin besezt.

Die Gläßer endlich müßten von schönen Kreide-Glaß angeschaffet werden.

Alle Gegenstände der gesamten Einrichtung z. B. Öfen, Kamin, Tische, Stühle, Spiegel, Luster etc. mit einem Wort alle Meuhles, welche dem eigentlichen Kabinet angehören, sollten sich meiner Meinung nach, an die Samlung seihst so anschliessen, daß sie einen belehrenden Theil derselben mit ausmachen helfen, und in Rücksicht ihrer Vollkommenheit einer öffentlichen Ausstellung würdig wären.

Die Erhaltung der Reinlichkeit ist hey einer solchen Samlung ein unerläßliches Erforderniß. Es sind daher mehrere Geräthschaften zur Erhaltung derselben nöthig.

Die Bücher, welche dem Kabinet angehören, fordern ein eigenes Zimer, so wie die Instrumente, welche zur Untersuchung und Prüfung bestirnt sind.

Über die Bücher wird ein vollständiges Verzeichniß gemacht, mit Beysetzung der Anschaffungs Preise.

Die Instrumente, Meubles und die Geräthschaften, könnten in eigenen Inventarien auf gezeichnet werden.

Die Wände der Zimer und Sääle, in welchen die aufzustellenden Gegenstände sich befinden, müßte man samt der Decke einfach, aber sauber machen lassen.

Höchst nöthig wäre einige Depositorien, so wie ein Ort, in welchen die vorkomen- den Arbeiten und Vorbereitungen zur Aufstellung gemacht werden können.

Diese sind meine vorläufigen Ideen über die Einrichtung des Kabinetes, so gut ich sie ohne Kentniß des Lokale, und der näheren Gesinnung Seiner Majestät im all­gemeinen zu entwerfen im Stande war.

Wien den lten Ober 1 807.

Widmanstatten m. p.

1 9ber ist die Abkürzung für November.