Aloys von Widmanstatten.
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Viktor Schützenhofer.
In der zweiten Hälfte des Jahres 1806 — das bezügliche Aktenstück 1 weist keine genaue Zeitangabe auf — hat der damalige zuständige Referent der Niederösterreichischen Landesregierung Joseph Freiheer von Kielmansegge Kaiser Franz II. den Antrag unterbreitet, Aloys von Widmanstatten zum Direktor des in Wien neu zu errichtenden Industriekabinetts, das den Titel k. k. Fabrik s- produktenkabinett führen sollte, zu ernennen.
Aloys Beck von Widmanstatten wurde am 13. Juli 1754 in Graz geboren. Er entstammte einer von Kaiser Karl V. im Jahre 1548 in den erblichen Ritterstand erhobenen, altangesehenen, strengkatholischen Familie, deren Mitglied Georg Widmanstetter — so war die alte Schreibweise — 1585 aus Bayern in die Steiermark eingewandert war. Die Einwanderung Georg Widmanstetters erfolgte über eine auf Anregung der Grazer Universität ergangene Berufung, die den Ersatz des damaligen Grazer Buchdruckers Hans Schmidt bezweckte. Dieser war wegen seiner protestantischen Gesinnung und der Verletzung strenger Verfügungen der Regierung in Religionssachen mißliebig geworden und wurde 1599 lan desverwiesen.
Georg Widmanstetter unterzog sich der ihm zugedachten Aufgabe mit Erfolg. Er wurde 1585 zum Hofbuchdrucker mit einem jährlichen Hilfsgeld von einhundert Gulden ernannt und schloß der Druckerei eine Buchhandlung an. Das Geschlecht der Widmanstetter erlosch im männlichen Stamme bereits 1668, vererbte jedoch durch fideikommissarische Stiftung die mit der Gegenreformation aufgeblühte Druckerei und die dieser angeschlossenen Buchhandlung nach dem Grundsatz der Primogenitur. Die letzte Widmanstetterin, Maria Susanne — gestorben am 13. Feber 1688 — hatte sich am 25. September 1637 mit dem aus dem niederen fränkischen Adel stammenden Kanzler des Fürsten Eggenberg, Johann Beckh, verehelicht. Die im Verlage des Widmanstettenschen Betriebes herausgebrachten Druckwerke trugen hinfort den Vermerk „gedruckt und verlegt bei den Widmanstettenschen Erben“ oder „sumptibus et letteris heredum Widmaestadii“. Der
1 0. K. A. 804/1806.