Aufsatz 
Goethe, Naturwissenschaften und Technik / von Franz Kirnbauer
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Franz Kirn Bauer

Genieße mäßig Füll und Segen, Vernunft sei überall zugegen,

Wo Leben sich des Lebens freut. Dann ist Vergangenheit beständig, Das Künftige voraus lebendig,

Der Augenblick ist Ewigkeit.

Und war es endlich dir gelungen,

Und bist du vom Gefühl durchdrungen:

Was fruchtbar ist, allein ist wahr,

Du prüfst das allgemeine Walten,

Es wird nach seiner Weise schalten,

Geselle dich zur kleinsten Schar.

Und wie von Alters her im Stillen Ein Liebe werk nach eignem Willen Der Philosoph, der Dichter schuf,

So wirst du schönste Gunst erzielen:

Denn edlen Seelen vorzufühlen Ist wünschenswertester Beruf.

Goethe hat. ,,>zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, die Gesamtheit der Natur seiner Weltanschauung eingegliedert und als Dichter eine Brücke zwischen Natur, Technik und Kunst geschlagen. In allen Geschöpfen sah er die Materiali­sation der einen großen Idee des allmächtigen Schöpfers in Gestalt derGott- Natur. Sie lag vor ihm wie ein kristallenes, durchsichtiges Wunder, das seinen Geist immer wieder durchstrahlte und in die Höhe trug.

Quellen und Schrifttum.

I. Schriften von J. W. v. Goethe:

über den Z wisch enlkiefer des Menschen und der Tiere, Jena 1786.

Versuch, die Metamorphose der Pflanzen zu erklären, Gotha, Ettinger 1790. iBeyträge zur Optik. Weimar 17911792.

Metamorphose der Pflanzen, 1798.

Josef Müllersche, jetzt David Knoll, sehe Sammlung zur Kenntnis der Gebirge von und um Karlsbad, angezeigt und erläutert von Goethe, 1807; erneut 1832. Prag, Ilaase 1832.

Zur Naturwissenschaft überhaupt. IM. 1. Stuttgart, Cotta 1817; Bd. 2, Stuttgart 1823. Neuausgabe mit einem Nachwort von Julius Schuster, Berlin, Junk 1928. Farbenlehre. Hsg. und eingeleitet von Hanns Wohlbold, Jena, Diederichs 1928.

II. Sonstiges Schrifttum:

Arthur Schopenhauer, Über das Sehn und die Farben, eine Abhandlung. Leipzig, Ilartknoch 1816.

G. Linck, Goethes Verhältnis zur Mineralogie und Geognosie, Jena 1906.

W. v. Wasielewski, Goethes meteorologische Studien. Leipzig 1910.

W. Ostwald, Goethe, Schopenhauer und die Farbenlehre. Leipzig, Unesma 1918.

J. Walther, Goethe als Seher und Erforscher der Natur. Halle 1930.

A. Böhm, Goethe und der Bergbau, Zeitschrift f. d. Berg-, Hütten- und Salinenwesen. Berlin 79 (1931, S. B. 507).