Franz Freiherr yon Wertheim.
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Die durch den daraufhin einsetzenden Export nach dem Orient herbeigeführte Neubelebung des Geschäfte® — bis zum Jahr 1870 konnten mehr als 3000 WERTHEiM-Kassen nach dem Osten ausgeführt werden —, ermöglichte es Wertheim, an die Erbauung einer für die damaligen Zeiten großangelegten Betriebsstätte zu schreiten. Diese wurde im Bezirk Wieden in der damaligen Louisengasse (jetzt Mommsengasse) errichtet. In ihr konnten 1858 Wertheims sämtliche Wiener Erzeugungswerkstätten vereinigt werden, die bis dahin in verschiedenen Häusern untergebracht gewesen waren. Bezeichnend für die damaligen Gewerbeverhältnisse ist es, daß die Wiener Schlosser-Innung, bald nach der Eröffnung der neuen Betriebsstätte Wertheims unter dem Hinweis, daß dieser „kein gelernter Schlosser sei“, von der Regierung die Schließung des Betriebes wegen Mangel eines Befähigungsnachweises verlangte.
Bild 3. Feuerprobe in Konstantinopel am 10. Juli 1857.
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Dieses Verlangen wurde, nachdem von Wertheim ein gewerbeberechtigter Schlosser als Betriebsführer eingestellt worden war, von der Aufsichtsbehörde rundweg abgelehnt, was bewirkte, daß sich Wertheims Kassenerzeugung unbehindert weiterentwickeln konnte.
Die Sicherheit dieser Kassen wurde bald darauf noch dadurch erhöht, daß Wertheim im Jahr 1863 die Patentrechte an einem vom Amerikaner Yale erfundenen Stechschloß erwarb und von nun ab alle seine Kassen mit Schlössern und Schlüsseln dieses Systems versah. Die Durchführung dieser Maßnahme erforderte eine Erweiterung der Werkstätten, die nun zum „Wertheimhof“ ausgebaut wurden. In diesem fanden schon vor dem Jahr 1870 mehr als 400 Arbeiter dauernden Erwerb.
Neben seiner industriellen Tätigkeit beschäftigte sich Wertheim auch mit der Ausfuhr österreichischer Werkzeuge und österreichischer Sensen. Es gelang ihm insbesondere, den Handel mit diesen durch Aufnahme von Verbindungen zu bedeutenden Exportfirmen Englands zu großer Blüte zu bringen. Auf