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Erich Kurzel-Runtscheiner
Magdeburger Firma Sommermayer zur Schau gestellte Kasse erwarb. Es war dies eine „Winkelkasse“ genannte Bauart, bei der die Wände der Kasse aus zwei oder mehreren Eisenlagen mit dazwischenliegender Aschenfüllung (damals aus Holzasche) hergestellt wurden. Schon 1852 konnte Wertheim auf diese Bauart, nachdem er sie selbst noch verbessert hatte, ein ausschließliches österreichisches Privilegium erwerben. Nun nahm er — als erster in der Habsburgermonarchie — den Bau von einbruchssicheren und feuerfesten Kassen in einer in der Vorstadt Erdberg errichteten Werkstatt auf. Schon bei Eröffnung des Betriebs, die im Oktober 1852 vor sich ging, konnten 80 Arbeiter eingestellt werden.
Eine im darauffolgenden Jahr in Wien am 13. Februar 1853 veranstaltete öffentliche Feuerprobe begründete den Ruhm der „WERTHEiM-Kasse“ (Bild 2).
Bild 2. Feuerprobe in Wien am 13. Februar 1853.
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DieserVorführung, die die Widerstandsfähigkeit der neuartigen Kassen voll- - auf erwies, hatten im Auftrag des damaligen Finanzministers Andreas Freiherr von Baumgartner auch Vertreter zentraler Regierungsstellen und der Österreichischen Nationalbank beigewohnt. Die Berichte der entsendeten Experten bewirkten, daß W 7 ertheim die Nationalbank, alle Steuerämter und zahlreiche Kreditinstitute des Kaiserstaates mit seinen Kassen beliefern konnte. Auch Industrieunternehmungen und viele Private erwarben in den nächsten Jahren von Wertheim erzeugte Kassen.
Als nach einiger Zeit der Absatz dieses Erzeugnisses zu stocken begann, veranstaltete Wertheim 1857 neuerlich eine Feuerprobe in Wien und um den Export seiner Kassen nach dem nahen Orient zu ermöglichen, bald darauf am 10. Juli 1857 eine solche in Konstantinopel (Bild 3). Diese ergab, wie alle anderen, vorzügliche Ergebnisse und erfüllte die auf sie gesetzte Hoffnung insbesondere darum vollauf, da sie in Anwesenheit des Sultans und seiner sämtlichen Minister hatte stattfinden können.