Das Unterinntal, eine technikgeschichtliche
Landschaft.
Von
Dipl.-Ing. Erich Kurzel-Runtscheiner.
Mit 11 Bildern.
„Ynnsbrugg gleichwol ein kleine Stat Aber ein grossen Namen hat.
Darjnen ist reche Wirdtschaft Mer den in andern Stattn werhafft“. (Georg Rösch von Geroldshausen „Der Fürstlichen Grafschaft Tyrol Landt- reim“, Innsbruck 1558.)
Innsbruck an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit.
An der nach Norden gerichteten Mauerfront der wehrhaften kleinen Residenzstadt Innsbruck, die Kaiser Maximilian I. besonders bevorzugte und förderte, Öffnete sich damals das Tor zu der auf 5 Holzjochen ruhenden Innbrücke, die, seit sie im zwölften Jahrhundert gebaut worden war, von so großer verkehrstechnischer Bedeutung ist, daß die Stadt von ihr den Namen und das Abbild ihres Grundrisses als Wappensymbol erhielt. Knapp unterhall) der Brücke, bei der das Unterinntal beginnt, stand die alte mauerumschlossene und turmbewehrte Innsbrucker Burg, deren Haupthof Albrecht Dürer, als er 1495 aus Italien zurückkehrte, sowie auch die Ansicht der gesamten Stadt, in drei berühmt gewordenen, noch heute in der Wiener graphischen Sammlung „Albertina“ verwahrten farbigen llandzeichnungen festgehalten hat. Von hier aus trat Kaiser Maximilian I., der im Herbst 1518, wie schon oft vorher, in der Innsbrucker Burg residierte, die er im Stile der Zeit prächtig hatte ausbauen und mit dem „Goldenen Dachl“ genannten, noch heute erhaltenen Erker hatte zieren lassen, auf einem Innschiff jene Reise nach Österreich an, während welcher er am 13. Januar 1519 in Wels starb.
Der erkrankte Kaiser war auf ein Schiff gebettet worden und dieses begann, von den geschickten Händen der in diesen Wasserreisen wohlerprobten Inn- schiffer mit langen Rudern gesteuert, den Inn abwärts zu schwimmen. Bald hatte das kaiserliche Schiff Innsbruck und das am Sillarm nahe der Einmündung in den Inn gelegene „wohlgestaffieret Zeughauss“, das Kaiser Maximilian, der