Aufsatz 
150 Jahre Kaolingewinnung in Kriechbaum bei Schwertberg / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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150 Jahre Kaolingewinnung in Kriechbaum bei Schwertberg

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vor dem Zusammenbruch, häuften sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten derart, daß sie schließlich zu einer vollständigen Stillegung des Werkes führten. Es ist das Verdienst des Bergverwalters der Grube, in diesen unruhigen Zeiten den Abtransport von Maschinen oder Werkseinrichtungen verhindert zu haben.

Der Initiative und Tatkraft der gegenwärtigen Leitung derKAMIG A. G. sowohl in Kriechbaum-Josefstal als auch in Wien nach dem Zusammenbruch im Frühjahr 1945 war es zu danken, daß die zunächst als unüberwindbar anzusehen­den Schwierigkeiten in erstaunlich kurzer Zeit gemeistert wurden. Durch eine vorbildliche Zusammenarbeit aller Beteiligten gelang es, Bergwerk und Auf­bereitungsanlage rasch zu überholen und den Betrieb wieder zum Anlaufen zu bringen. Eine werkstreue, fleißige und heimatgebundene Arbeiterschaft unterstützte die Bestrebungen der Betriebsleitung in bester Weise. Sie war auch in diesen schweren Zeiten eines der wertvollsten Aktiven des Unternehmens, neben den unversehrten maschinellen Einrichtungen und der Lagerstätten­substanz. Im Jahre 1946 nahm dieKAMIG A. G. ihren Betrieb in Kriechbaum und Josefstal bereits wieder auf, zunächst mit halber Produktion, im Jahre 1948 mit voller Förderung und unter voller Ausnützung der gesamten Leistungsfähig­keit der Aufbereitungsanlagen. Der Wiederaufbau der Handelsbeziehungen, vor allem des Exportes vonKAMIG-Kaolin, gelang ebenfalls in überraschend schneller Weise.

Um den in- und ausländischen Anforderungen nachKAMIG-Kaolin gerecht werden zu können, entschloß sich das Unternehmen, eine neue, schon vor einigen Jahren durch Bohrungen festgestellte Kaolinlagerstätte bei Weinzierl unweit Perg aufzuschließen. Im Sommer 1952 wurde hier mit der tagbaumäßigen Roh­kaolingewinnung begonnen und gleichzeitig eine nach den modernsten Gesichts­punkten eingerichtete Aufbereitung erbaut und in Betrieb genommen.

So stellt der Kaolinbergbau Schwertberg, der sich in den 150 Jahren seines Bestehens von kleinsten Anfängen heraus zu einem bedeutenden Bergbau­unternehmen Österreichs entwickelt hat und wertvolle, qualitativ hochwertige Roh­stoffe für die in- und ausländische Wirtschaft liefert, ein Beispiel für die unge­brochene Schaffenskraft österreichischer Geistes- und Handarbeit dar.

Sämtliche Abbildungen wurden vom Photoatelier Karl Meyer, Wien VI, hergestellt.