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Franz Kirnbauer
„Sandbergen“ mit ausgedehnten Schlickerhalden auf geschüttet, die der Landschaft ihr Gepräge geben. Aufbereiteter und trennscharf klassierter Quarzsand wird als Formsand, Glassand, Filtersand, Streusand und Bausand (Edelputz) verwendet. — Vor einigen Jahren wurden mehrfache Funde eiszeitlicher Tier- und Pflanzenreste in Kriechbaum gemacht, die zum Teil im oberösterreichischen Landesmuseum in Linz, zum Teil im Werksmuseum der „KAMIG“ in Kriechbaum aufbewahrt werden.
Zur Geschichte der Kenntnis der Geologie von Kriechbaum ist zu sagen: Die erste Erwähnung des Kaolins von Kriechbaum im oberösterreichischen mineralogischen Schrifttum findet sich bei C. Ehrlich in einem Aufsatz „Nutzbare
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Bild 4. Kaolinaufbereitung Josefstal der KAMIG A. G.
Gesteine Überösterreichs und Salzburgs“ aus dem Jahre 1857, der „reinere weiße Tone, in einzelnen Tertiärpartien des Mühlkreises, so bei Tragwein“, erwähnt und von ihnen mitteilt, „daß sie auch zur Bereitung von Geschirr wie auch als Putzmittel besonders für Militärmonturen dienen“. — Im Jahre 1920 erstellte W. Hammer von der Geolog. Bundesanstalt, Wien, ein geologisches Gutachten, das aber mangels fast jeglicher Aufschlüsse sowie genauerer Bohrungen bergmännisch unzureichend bleiben mußte. Erst dem Verfasser war es Vorbehalten, auf Grund eingehender Arbeiten in der Zeit von 1932 bis 1936 den geologischen Bau des Kaolinvorkommens von Kriechbaum zu erkennen. Es handelt sich um ein „Lager entlang eines tektonischen Bruchrandes“. Auf dieser Grundlage war es möglich, die weitere Ausrichtung der Lagerstätte durch Streckenauffahrungen und Bohrungen in den letzten Jahren großzügig in Angriff zu nehmen sowie mengenmäßig eine vollständige Erfassung des Kaolinvermögens zu erreichen.
Der zweite Weltkrieg 1939 bis 1945 stellte große Anforderungen an die „KAMIG“, sowohl an die Belegschaft als auch an den Betrieb, an die Betriebsleitung wie auch an die gesamte Arbeiterschaft. Trotz Personal- und Materialmangels wurde die Produktion bis 1943 auf voller Höhe gehalten. Im letzten Kriegsjahr 1944, vor allem aber im ersten Nachkriegsjahr 1945, in den Monaten