Aufsatz 
150 Jahre Kaolingewinnung in Kriechbaum bei Schwertberg / von Franz Kirnbauer
Entstehung
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150 Jahre Kaolingewinnung in Kriechbaum bei Schwertberg

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Im Jahre 1928 wurde seitens derKAMIG derOberwinkler-Grimd zu­gekauft. 1933 erweiterte das Unternehmen seinen kaolinführenden Grundbesitz abermals durch Ankauf desSchmiedbergergutes und im darauffolgenden Jahr durch Erwerb der derWienerberger gehörigen Grundstücke, so daß nunmehr die gesamte Kaolinlagerstätte von Kriechbaum in einer Hand vereinigt ist. Der privatrechtliche Grunderwerb kaolinführenden Bodens ist in Österreich nötig, da der Kaolin nicht unter dem Bergregal steht (Staatsvorbehalt) und somit das Gewinnungsrecht an den Grundbesitz ge­bunden ist. Ein ansehnlicher eigener Forstbesitz ergänzt den Grundbesitz der KAMIG.

Die Aufbereitung des Kohkaolins er­folgt in der Schlämmanlage in Josefstal hei Schwertberg auf modernste Weise (Abb. 4).

Besonderes Augenmerk wurde auf eine stän­dige Verbesserung der erzeugten Kaolin­sorten sowie auf eine Erhöhung der Aus­beute gelegt. Im Jahre 1936 wurde durch die KAMIG die Erzeugung eines Sonder­kaolins, des sogenanntenKolloidkao­lins, erstmalig aufgenommen. Zehn Jahre später konnte die Produktion an Kolloid­kaolin durch neue Verfahren wesentlich er­höht werden.

Aus den rund 155.0001 Rohkaolin, die in der Schlämmerei in Josefstal gegenwärtig aufbereitet werden, werden jährlich rund 50.0001 Reinkaolin erzeugt. Das Ausbrin­gen schwankt zwischen 27 bis 35°/o. Der Belegschaftsstand von Grube und Auf­bereitung beträgt im Durchschnitt 500 Mann.

DerKAMIG-Kaolin stellt in seinen verschiedenen Sorten einen wertvollen heimischen Rohstoff dar. Er wird hauptsächlich als Füllstoff und Be­schwerungsmittel in den Papierindustrien Österreichs und des nahen Aus­landes verwendet, zum Teil aber auch in anderen wichtigen Industriezweigen, wie in der Porzellan- und übrigen keramischen Industrie, in der Gummiindustrie, in Kabel-, Wachstuch- und Kunststoffabriken, in der Kosmetik, Pharmazeutik sowie chemischen und Seifenindustrie. Weitere Verwendungszwecke für Schwert­berger Kaolin sind: In der Farben- und Lackherstellung sowie für Malerz wecke, dann in der Textilindustrie, zur Tapetenherstellung, Schleifmittelerzeugung, öl- klärung, Wein- und Obstsaftschönung, Dachpappenerzeugung, in der Bleistift­industrie, für Schädlingsbekämpfungsmittel, feuerfeste Mörtel, zur Ultramarin­herstellung sowie zur Erzeugung von Aluminiumsulfat.

Der in der Aufbereitung anfallende Sand und Schlicker können in Josefstal in­folge Platzmangels nicht verhaldet werden und werden daher mit der Seilbahn wieder nach Kriechbaum zurückbefördert. Dort werden sie zu großen, weißen

Bild 3. Tiefbaumäßige Kaolingewin- nung (Abbauort)